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Bericht: AutoScout24 Jubiläum Juli 1998

Bericht: AutoScout24 Jubiläum Juli 1998

Bremst die Ökosteuer alle aus?

24.07.2013

Es ist kurz vor den Werksferien der großen Autohersteller, als die von langen Lieferzeiten gebeutelten Kunden eine weitere Hiobsbotschaft erreicht: Nicht nur, dass der bestellte Wagen oft allzu lange auf sich warten lässt, jetzt fehlen vielfach sogar die Teile am Band, weil die Zulieferindustrie aufbegehrt. Schuld daran ist ein gnadenloser Preiskampf, den sich jetzt zur Abwechslung die Zulieferbetriebe zu Nutze machen.

Waren Mitte der 1990er Jahre Zulieferbetriebe unter Kostenkillern wie dem berüchtigten Ignacio Lopez lediglich geknechtete Erfüllungsgehilfen der Autohersteller, hat sich gegen Ende des Jahrzehnts das Bild gewandelt. Durch umfangreiche Zukäufe gelingt es den Zulieferbetrieben, sich eine Vormachtstellung anzueignen. Verstärkt wird dies durch das Bestreben der Autohersteller, ganze Baugruppen durch den Zulieferer entwickeln und fertigen zu lassen. Eine Maßnahme zur Kostenminimierung, die mitunter teuer bezahlt werden muss, denn begehrt der Lieferant auf, stockt das Band.

So auch bei Porsche, wo im Mai 1998 keine Kurbelgehäuse von Mahle ans Band geliefert werden. 500 Sportwagen stehen auf einmal ohne Motor da und Porsche büßt damit rund 40 Millionen D-Mark an Umsatz ein. Das Nachsehen haben die Kunden, die noch länger auf ihren Traumwagen warten müssen.

Traum auf Raten – Maseratis neues Coupé

Warten müssen im Juli 1998 auch die Fans der Marke Maserati. Sie dürfen zwar die ersten Bilder von dem bei Giugiaro entworfenen 2+2-Sitzer bestaunen, müssen sich aber dann in die lange Liste der Vorbesteller einreihen. Ausgeliefert wird der Beau erst im Herbst 1998. Trotz aller Spekulationen darf der später auch als Roadster erhältliche Italiener nicht einen der traditionsreichen Modellbezeichnungen am Heck tragen, sondern muss sich mit einer simplen Zahlen- und Buchstabenkombination zufrieden geben.

3200 GT steht am Heck und gibt sachkundigen Aufschluss über die Motorisierung. Unter der langen Motorhaube steckt nämlich der von Ferrari maßgeblich entwickelte 3,2-Liter-V8-Biturbo mit 370 PS. Genug, um Porsche und Co. Paroli zu bieten, doch ist der V8 derart durstig, dass selbst potente Maserati-Kundschaft verstimmt auf die Verbrauchswerte reagiert.

Ungewöhnlich anders: das Z3 Coupé von BMW

Bericht AutoScout24 Jubiläum Juli 1998Sportlich, wenn auch in einer anderen Liga, sind die BMW-Ingenieure im Sommer 1998 unterwegs. Aus dem amerikanischen Spartanburg rollt zusätzlich zum Z3 Roadster das wohl ungewöhnlichste Coupé der Münchner nach Deutschland. Das Z3 Coupé nimmt den Gedanken des „Shooting Brake“ auf und bietet zwei Personen samt etwas Gepäck eine stilvolle Art der Fortbewegung.

Die darf markentypisch durchaus etwas flotter sein, weshalb BMW auf den Einsatz der kleinen Vierzylinder aus dem Roadster verzichtet. Ab 2,8 Liter mit 193 PS geht es los und wer am Maserati 3200 GT dranbleiben will, wählt den 3,2 Liter großen Sechszylinder aus dem M3 mit satten 321 PS. Das so viel Exklusivität kostet, ist man aus München gewohnt und so verwundern die rund 95.000 D-Mark für das Z3 M Coupé bestenfalls Markeneinsteiger. Doch immerhin war das Geld, rückblickend betrachtet, gut angelegt, denn heute gehört das Coupé zu den begehrten Fahrzeugen auf dem Youngtimer-Markt.

Umweltschutz, der kostet: die Ökosteuer

Bericht AutoScout24 Jubiläum Juli 19981,58 kostet der Liter Super-Kraftstoff im Juli 1998, jedoch noch in D-Mark und nicht in Euro. Trotz des heute lächerlich anmutenden Preisniveaus klagen die reiselustigen Deutschen über die Verteuerung des Kraftstoffs zur Ferienzeit. Zusätzliche Nahrung erhält die Diskussion an den Stammtischen, als bekannt wird, dass die Bundesregierung ab 1999 die Einführung einer „Ökosteuer“ und damit eine weitere Verteuerung des Benzins plant.

Speziell die Partei der Grünen preist die sukzessive Erhöhung des Benzinpreises auf damals unvorstellbare fünf DM als das einzig probate Mittel, dem zunehmenden Verkehr und damit der Umweltbelastung in Zukunft Herr zu werden. Doch was damals von der Autoindustrie als Untergang des Abendlandes gesehen wurde, sollte sich wenige Jahre später als Selbstverständlichkeit entpuppen, denn die Verteuerung des Kraftstoffes war Ansporn auf der Suche nach verbrauchsgünstigen aber dennoch Fahrfreude bietenden Automodellen.

Seiner Zeit voraus: der Smart

Bericht AutoScout24 Jubiläum Juli 1998Das Umdenken wird 1998 ausgerechnet von Daimler-Benz mit seiner noch jungen Sub-Marke Smart befeuert. Das jahrelang auf Messen gezeigte City-Mobil ist im Juli 1998 endlich fertig und macht deutlich, wie der Stadtverkehr der Zukunft auszusehen hat. Klein, leicht und wendig schnurrt der Dreizylinder-Stadtwagen durch die Häuserschluchten, wenngleich auch mit zunächst mäßigem Erfolg.

Zu futuristisch ist vielen Deutschen dieses Behelfsauto und selbst für die trendbewusste Jugend spielt der Smart zunächst keine Rolle. 1998 zählen im Autofahrer-Volk noch Größe, Status und PS. Erst später soll sich Daimlers zähes Festhalten an dem jahrelang defizitären Projekt auszahlen. 2013 rollte immerhin der 1,5millionste Smart Fortwo aus dem Werk in Hambach.

 

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