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Test: Mercedes-Benz E 220d

Test: Mercedes-Benz E 220d

Sparsamer Dauerrenner

12.06.2017

Wer den durchschnittlichen Verbrauch seines Fahrzeugs mit den Herstellerangaben vergleicht, stellt fast immer fest, dass die Realität von der Norm abweicht – und zwar nach oben. Egal wie behutsam man fährt, der Verbrauch liegt zwei bis drei Liter über dem auf dem Prüfstand gemessenen Wert. Auch auf unseren zahlreichen Testfahrten können wir nur selten die nach EU-Norm ermittelten Werte realisieren. Umso erfreulicher, wenn man doch mal in einem Auto sitzt, bei dem der Durchschnittsverbrauch ohne weitere Mühen einzuhalten ist: Zum Beispiel beim Mercedes-Benz E 220 d. Selbst nach über eintausend Test-Kilometern wich der Praxis-Verbrauch nur 0,3 Liter ab – ein Traumergebnis!

Test Mercedes-Benz E 220dGalerie

Wer die aktuelle E-Klasse entert, kann sich durchaus fragen, ob er sich im Fahrzeug geirrt hat. Denn die Mittelklasse-Limousine ist alles andere als Mittelklasse. Große,  bequeme Fauteuils für Fahrer und Beifahrer, gepaart mit feinsten Materialien im Innenraum versprühen eindeutig Oberklassen-Charme, wie er selbst in der S-Klasse nicht viel besser ist.

Test Mercedes-Benz E 220dAußerdem kommen Technik-Nerds voll auf ihre Kosten: Mehr als die Hälfte des Armaturenbretts wird von zwei hochauflösenden Displays eingenommen. Eins für das volldigitale Kombiinstrument, das sich individuell einstellen lässt, und eins für das Navi-Infotainment-System, das über alle erdenklichen Funktion verfügt. Voll digitalisiert und ordentlich vernetzt heißt die Devise.

Entspannung trotz Kabelbruch

Test Mercedes-Benz E 220dNatürlich lassen sich Smartphones per Bluetooth oder Kabel mit der E-Klasse verbinden. Hier gibt es allerdings auch ein kleines Manko, denn die USB-Eingänge sind unter der Mittelarmlehne untergebracht, doch für das Kabel hat Mercedes einen Führungsschlitz vergesse – so wird es immer irgendwo vom Deckel eingeklemmt und der ein oder andere Kabelbruch ist also vorprogrammiert.

Test Mercedes-Benz E 220dWohl dem, der die Massagesitze hinzubestellt hat. Er kann sich während der Fahrt gleich den Ärger über das kaputte Kabel von der Seele bügeln lassen und aus mehreren Knet-Programmen wählen. Unser Favorit: Die Hot-Stone-Massage, die in Zusammenarbeit mit der Sitzheizung ihrem Namen alle Ehre macht. Nicht nur leicht erwärmt, sonder richtig schön heißt, wird der Rücken bei dieser Einstellung bearbeitet – ein Highlight für alle Frostbeulen im Winter. Im Sommer schaltet man allerdings doch lieber die Sitzkühlung an und wählt vielleicht besser die mobilisierende Massage aus.

Sparsam, aber kein Schleicher

Test Mercedes-Benz E 220dInnen lässt sich in der E-Klasse also in Luxus schwelgen, unter der Motorhaube dagegen herrscht schwäbische Knausrigkeit. Laut Mercedes begnügt sich der E 220 d mit nur 3,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer, die wir tatsächlich ohne Verzicht einhalten konnten. Klar, ständiges Vollgasgeben auf der Autobahn treibt auch bei der E-Klasse den Durst in die Höhe, wer aber mit dem Strom mitschwimmt und sich an die Richtgeschwindigkeit hält, dürfte nicht über 4,5 Liter kommen. Bei uns stand am Ende sogar eine 4,2 auf dem Bordcomputer,. Besser könnte der Verbrauch kaum ausfallen, wenn man bedenkt, dass der 194 PS starke Selbstzünder eine 1,8 Tonnen schwere Limousine vorantreiben muss.

Test Mercedes-Benz E 220dUnd das mit großartiger Leichtigkeit: In nur 7,3 Sekunden ist der Business-Schwabe auf Landstraßentempo gebracht. Für kraftvolles Vorankommen stehen im 220 d 400 Newtonmeter zur Verfügung, die das Aggregat zwischen 1.600 und 2.800 Umdrehungen anlegt. Das Zwischensprints zum Überholen von Schleichern keine Herausforderung sind, versteht sich also von selbst. Zumal die Neun-Gang-Wandlerautomatik souverän und zielstrebig durch die Gänge schaltet.

Übernimmst Du mal?

Test Mercedes-Benz E 220dWo wir gerade auf der Autobahn unterwegs sind, da war doch die Überholfunktion. Schließlich ist der erfreulich niedrige Verbrauch eher die Pflicht; die Kür heißt ganz klar: Teilautonomes fahren. Ist der Abstands-Tempomat aktiv, übernimmt der Benz inzwischen nicht nur das bedarfsgerechte Beschleunigen und Bremsen, sondern auch noch die Lenkung. Nach ein paar Sekunden freihändigem Fahren gibt es allerdings den Hinweis, dass der Fahrer wieder übernehmen muss – so will es der Gesetzgeber. Doch würde der morgen beschließen, dass wir uns vom Auto kutschieren lassen dürfen, dann wäre es wohl nur ein kleiner Eingriff im Rechenzentrum und die E-Klasse würde noch viel mehr übernehmen.

Test Mercedes-Benz E 220dSchon heute nämlich kann die E-Klasse eigenständig überholen – und danach auf Blinkbefehl wieder einscheren. Während unserer Testfahrt hat das System immer zuverlässig reagiert: Befand sich jemand im toten Winkel, verweigerte das Fahrzeug den Überholvorgang, war die Straße frei, konnten uns das automatische Ausschere jedes Mal wieder begeistern. Ganz ehrlich, so viel Spaß hat Überholen selten gemacht. Und allen, die sich jetzt fragen, was das bringen soll, sei gesagt: Es ist ein weitere Schritt auf dem Weg zum völlig selbstständig fahrenden Autos. Ihr erstes Handy hatte doch auch nicht so viele Funktionen, wie Ihr aktuelles Smartphone, oder?

 
Fazit
hierTest Mercedes-Benz E 220d
Der Mercedes Benz E 220 d lässt keine Wünsche offen. Der Benz befindet sich auf dem neusten Stand der Technik, mischt weit vorne bei den teilautonomen Fahrzeugen mit und kann mit einem ausgesprochen niedrigen Verbrauch punkten. Bequem, elegant und so modern. Klingt nach einem wahrgewordenen Traum. Realität wird der Traum vom E 220 d für jeden, der mindestens 47.338,20 Euro auf den Tisch legt. Das ist nicht wenig, im Vergleich zu den stärkeren Motoren, die es zum glücklich sein nicht wirklich braucht, bleiben allerdings durchaus noch ein paar Euro für zusätzliche Extras übrig. Wer wirklich mehrere hundert Kilometer am Tag unterwegs ist, dem sei die Massage-Funktion wärmstens ans Herz gelegt. Schließlich muss man auch mal abschalten und entspannen können.
 
 

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