Die Essener Motorshow findet 2007 zum 40. Mal statt und ist somit gleichzeitig die Institution, wenn es um Tuningmessen geht. Rund 560 Aussteller zeigen bis zum 9. Dezember in den Gruga-Hallen, was angesagt ist und was nicht. Die Maxime lautet wie eigentlich jedes Jahr tiefer, breiter, härter und manchmal sogar schneller.
Den Jahresabschluss der Automessen in Deutschland übernimmt traditionell die Motorshow Essen. Auch dieses Jahr sind wieder 560 Aussteller in den zwölf mehr oder weniger großen Hallen vertreten und buhlen um die Aufmerksamkeit der bis zum Messeschluß schätzungsweise 400.000 Besucher.
Vielfalt ist angesagt
Das Schöne an der Essener Motorshow ist die Vielfalt der Exponate. Neben diversen Automobilherstellern wie beispielsweise Ford, Volkswagen, Opel und Skoda stellen renommierte und recht große Fahrzeugveredler wie Brabus, Abt-Sportsline, TechArt und Oettinger ihre Power-Modelle aus. Aber auch die kleinen und nicht weniger feinen Tuner wie Pogea-Racing, Elia Tuning und Steinmetz haben ihr Plätzchen. Selbstverständlich dürfen auch die kleinen „Butzelbuden“ auf solch einem Event nicht fehlen. Gemeint sind die, die gleichzeitig Produkte zu „sensationellen“ Messepreisen verhökern und Anbauteile im Angebot haben, deren Qualität schon dem ersten Blick nicht Stand hält. Wer diese Tuningartikel in sein Fahrzeug einbaut, riskiert oftmlas dass die ABE erlischt. Also besser vorher schlau machen, beispielsweise unter www.tune-it-safe.de.
PS-Gigantonomie
Pubikumsmagnete sind meistens PS-Protze wie die 730 PS starke Mercedes C-Klasse von Brabus, die für rund 350.000 Euro die Werkshallen in Bottrop verlässt. Ein anderer Hingucker sind die Porsche-Modelle von TechArt. Der Cayenne Magnum zum Beispiel wird mit einer einzigartigen Lederinnenausstattung von „de Sede“ für rund 70.000 Euro aufgewertet.
Ein gerne genommenes Tuningobjekt war dieses Jahr - wie soll es anders sein - der Fiat 500. Der Cinquecento vom italienischen Tuner TRC trieb den Wahnsinn auf die Spitze und verpasste dem kleinen Schönling ein neues Karosserie-Kleid samt 17-Zoll-Alufelgen, das an Auffälligkeit kaum zu übertreffen ist. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Über die technischen Details dagegen nicht. Rund 140 PS wuchtet der kleine dank nachträglich installiertem Turbo-Kit auf die Kurbelwelle. Um diese unbändige Kraft einzubremsen, sind vorne gewaltige 320-Millimeter-Stopper montiert. Abt-Sportsline konnte neben dem neuen Firmenlogo auch noch den ersten komplett getunten Audi A4 präsentieren. Änderungen erhielt die Front-, Seiten- und Heckpartie. Ergänzt wird das Programm mit neuen Felgen. Motormäßig bieten die Allgäuer ab April 2008 Leistungssteigerungen für alle aufgeladenen Aggregate an. Höhepunkt soll ein 300 PS starker 3.0 TDI sein.
Volvo-Freunde dürfen aufhorchen. Der Darmstädter Tuner Heico Sportiv wird ab sofort offiziell von Volvo als Tuner empfohlen, was sich auch positiv auf die Gewährleistung der getunten Fahrzeuge auswirkt. Jüngstes Prachtstück auf dem Kombinationsstand von Volvo und Heico war unter anderem der neue V70 in sportlichem Gewand mit schicken 20-Zoll-Alus und weit mehr als 300 PS.
Startech, Tuner für Chrysler, Dodge und Jeep zeigte neben einem gepimpten Wrangler noch das extrem coole Conceptcar „Starster“ auf Basis des Dodge Avenger. Etwas dezenter fällt das Car-Entertainment–Programm auf der Essener Motorshow aus. Umso erstaunlicher, dass sich Volkswagen Individual auf dieses Terrain wagt und mit dem Golf Variant RaVe 270 eine fahrfertige Studie der Superlative vorstellt. Das wohl Ungewöhnlichste an diesem Golf ist die 1.400 Watt starke Musikanlage mit im Kofferraum integrierten Mega-Lautsprechern und Flatscreens im Kofferraum. Aber auch sonst hat es dieser Golf in sich. Auf 270 Turbo-PS bringt es der RaVe. 5,8 Sekunden und eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h gibt Volkswagen für den auch optisch sehr sportlichen Kombi an.
Felgen wohin man schaut
Natürlich gab es auch eine unüberschaubare Anzahl von neuen Alufelgen diverser bekannter und unbekannter Hersteller. 28 Zoll sind in der Tuningbranche mittlerweile nicht mehr nur für Hummer und Co. en vogue. Neu sind mit Kristallen veredelte 24-Zoll-Felgen. Das Viererset für einen Audi A8 kostet beispielsweise 14.000 Euro. Schön ist auch, dass Traditionsunternehmen mit höchstem Qualitätsanspruch wie BBS wieder einen richtig grroßen Stand haben, auf dem sie die „latest fashion“ in Sachen Felgendesign präsentieren.Noch nicht richtig durchgesetzt haben sich schwarz lackierte oder Pulver beschichtete Aluminiumfelgen. Dabei sind diese nicht nur aus optischen Aspekten äußerst attraktiv. Die Putzarbeit wird zudem extrem erleichtert. Trendverdächtig sind aber in jedem Fall mattschwarze Autolacke. Leider sind sie bislang aufgrund ihrer empfindlichen Struktur im täglichen Gebrauch recht schwierig zu handhaben.
Nicht nur neue Fahrzeuge
Doch nicht nur Freunde des modernen Fahrzeugtunings kommen in Essen auf ihre Kosten. In einigen Hallen stehen perfekt restaurierte Young- und Oldtimer, die auf neue Besitzer warten. Darunter finden sich dann selbstverständlich auch schnelle Legenden wie der amerikanischen Muskelprotz AC-Cobra oder der mittlerweile recht teure Porsche 911 RS aus den 1970er-Jahren.Frauen dürfen auf solch einer Messe nicht fehlen
„Rumgedoktort“ wurde aber nicht nur an den automobilen Träumen der Männer. Auch die Männerträume auf zwei Beinen standen Spalier und warteten geduldig, um von eifrigen Fotografen abgeschossen zu werden. Oftmals standen die Damen sogar im Vordergrund und das Auto war nur nettes Beiwerk. Schön anzusehen waren sie jedenfalls, die Autos natürlich.


