Probefahrt beim Verkauf

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Ein entscheidender Punkt beim Verkauf ist die Probefahrt. Sie entscheidet oft über den Verkaufserfolg. Mit der richtigen Vorbereitung und dem richtigen Ablauf kann die Probefahrt für einen Erfolg sorgen. Denken Sie daran, dass neben allen Fakten immer auch die Emotionen eine entscheidende Rolle spielen – dies gilt besonders beim Fahren.

Ablauf

Es beginnt damit, dass Sie den richtigen Termin vereinbaren: möglichst bei Tageslicht, außerhalb der Hauptverkehrszeiten und mit ausreichend Zeit. Lassen Sie sich vor der Probefahrt den Führerschein zeigen und machen Sie am besten ein Foto davon oder vom Personalausweis – einfach mit dem Handy. Schlagen Sie eine Ihnen bekannte, abwechslungsreiche Route vor und fahren Sie mit. Dabei können Sie gleich mögliche Fragen beantworten, 10 bis 20 Minuten sollten ausreichen. Sie können zur Sicherheit auch einen Freund, Nachbarn oder Familienangehörigen bitten mitzufahren.

Lassen Sie auf keinen Fall Personen ohne einen von Ihnen gesehenen gültigen Führerschein fahren. Denn das kann auch für Sie teuer werden: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (§ 21 Fahren ohne Fahrerlaubnis).

Papiere

Möchte der Interessent einen Blick in die Zulassungsbescheinigung I (früher: Kfz-Schein) oder das Serviceheft werfen, kein Problem. Die Zulassungsbescheinigung II (Kfz-Brief) hat bei der Probefahrt dagegen nichts verloren, sie bleibt zu Hause.

Fahrweise

Fällt der Probefahrer durch riskante Fahrweise auf, bitten Sie ihn höflich, sich an die Verkehrsregeln zu halten. Notieren Sie sich gegebenenfalls die exakte Uhrzeit zu Beginn und Ende der Fahrt, um bei eventuellen Bußgeldbescheiden nachweisen zu können, dass Sie nicht selbst gefahren sind. Passiert ein Unfall, haftet normalerweise Ihre Versicherung. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Versicherung, wenn Sie als Alleinfahrer eingetragen sind. Schäden wie eine Rückstufung beim Schadensfreiheitsrabatt können Sie vom Unfallverursacher zurückfordern.

Werkstattcheck

Der Zustand eines Gebrauchtwagens ist schwer zu beurteilen, da vielen Interessenten das entsprechende Fachwissen fehlt. Deshalb kommt es vor, dass der Interessent Ihr Fahrzeug im Rahmen der Probefahrt in einer Werkstatt prüfen lassen möchte. Normalerweise sollte er Ihnen dies vorher ankündigen und Sie um Ihr Einverständnis bitten. So haben Sie die Möglichkeit, einzuwilligen oder abzulehnen. Die Kosten sollte der Interessent tragen.

Auf der anderen Seite können Sie den Werkstattbesuch auch von sich aus anbieten, um den Interessenten von der Qualität zu überzeugen. Dazu vereinbaren Sie für den Probefahrttermin einfach einen Besuch in der Werkstatt Ihrer Wahl. Erfahrungsgemäß ist dies ein sehr starkes Verkaufsargument und überzeugt häufig den Interessenten.

Tipp:
  • Meiden Sie Probefahrten bei Dunkelheit und in einsamen Gegenden.
  • Nehmen Sie nie die Zulassungsbescheinigung II oder den Kfz-Brief mit zur Probefahrt.
  • Klären Sie Fragen zur Haftung bzw. Versicherungsfragen vor der Probefahrt und lassen Sie sich unbedingt den Führerschein zeigen.

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