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Galerie: Erster Test Smart Forfour electric drive

Erster Test: Smart Forfour electric drive

(Kl)einer für jeden Tag

24.02.2017

Wenn schon Smart, dann bitte so richtig. Aber was könnte smarter als Smart sein? Klar, einer mit rein elektrischem Antrieb. Den stromernden Zweisitzer duften wir bereits im vergangenen Herbst für Sie testen (LINK ZUM ARTIKEL) – nun folgte der Viersitzer mit dem passenden Namen Forfour. Doch braucht ein kleiner Stadtflitzer unbedingt die zweite Sitzreihe? Wir haben uns während der Testfahrt ein paar Gedanken gemacht – über die Plätze im Fond und ein E-Auto im Alltag.

Die wichtigsten Daten in Kürze: Der smart fourfor E.D. verfügt über eine Reichweite von 155 Kilometern. Das sind noch mal fünf Kilometer weniger als im Zweisitzer, der laut Testzyklus glatte 160 Kilometer schafft. Dafür gibt es aber die zweite Sitzreihe – die man allerdings lediglich kleinen Kindern überlassen oder fürs Gepäck nutzen sollte. Eine normal gewachsene Person kann hier nicht sitzen. Wer sich dennoch für den Viertürer entscheidet, der muss mindestens 22.600 Euro berappen. Abzüglich der noch bis 2019 gültigen Umweltprämie bleiben also knapp 18.000 Euro übrig.

Erste Zweifel

Galerie: Erster Test Smart Forfour electric driveWir starten den 60 kW starken Motor genau wie beim herkömmlichen Verbrenner mit dem Zündschlüssel. Sogar das „Weiterdrehen“ des Schlüssels, um den Motor anzulassen, muss geschehen und dürfte viele Neulinge verwirren, schließlich ist keine akustische Begrüßung vom Motor zu vernehmen. Allein die Energieanzeige lässt er kennen, dass der Smart Forfour betriebsbereit ist.  

Galerie: Erster Test Smart Forfour electric driveDen Wahlhebel kurz auf D gestellt, schon stromert der viertürige Bonsai-Benz über die Landstraße. Brav befolgt er alle Lenkbefehle, federt dank des Mehrgewichts angenehmer als seine Geschwister und lässt sich zu den typischen Elektro-Kickdowns bewegen, die immer wieder eine Freude sind. Doch der kräftige Durchzug mutet stärker an, als der Smart eigentlich ist. Ganze 12,7 Sekunden braucht der Winzling um Landstraßentempo zu erreichen. Und 30 km/h später ist dann auch schon Schluss.

Galerie: Erster Test Smart Forfour electric driveNach ein paar Kilometern frage ich meinem Beifahrer: Würdest du dir so ein Auto kaufen? Nach kurzem Überlegen antwortet er umso deutlicher: „Nein!“ Warum nicht? „Wenn ich ein Auto will, dann möchte ich doch auch mal weitere Strecken zurücklegen – zum Beispiel an die Ostsee. Das wäre von München aus nicht möglich. Dann müsste ich circa alle 100 Kilometer anhalten und warten, dass die Batterie wieder geladen ist. Selbst am Schnelllader sind das immer noch 45 Minuten bis die Akkus wieder zu 80 % aufgeladen sind. Und der Platz, naja, der ist halt auch beschränkt.“

Zeit zum Umdenken

Galerie: Erster Test Smart Forfour electric driveEine klare Ansage, die ich sofort unterschreiben würde. Doch je länger wir durch den Großstadtverkehr von Toulouse stromern, umso mehr setzt bei mir ein Umdenken ein. Wie oft fahre ich eigentlich von München an die Ostsee? Einmal im Jahr? Dafür kann ich mir in der Zeit auch ein Auto mieten oder den Zug nehmen. Und in der Regel ist der Smart wohl doch eher Zweitwagen, ein Urlaubsauto steht also wahrscheinlich eh in der Garage.

Galerie: Erster Test Smart Forfour electric driveUnd die beschränkte Reichweite? Wir stromern schon eine ganze Weile durch die südwest-französische Stadt, haben aber noch nicht viel Weg zurückgelegt. Und: Ich wohne am Stadtrand, benötige in die Arbeit rund 30 Kilometer, lege auch daheim am Tag also nur gut 60 Kilometer zurück – da bleiben sogar noch ein paar Kilometer Reichweite, um auch den Umweg zum Einkaufen zu schaffen. Ich lasse mich ungerne in Schubladen stecken, aber damit fahre ich genau die Strecke, die die meisten von uns tagtäglich zurücklegen. Und über Nacht kann ich das Auto an der Steckdose wieder aufladen. Dann kann der Tag von Neuem beginnen. Sicherlich, den IKEA-Einkauf bringe ich im smart nicht Heim, aber auch dafür gibt es Lösungen.

 
Fazit
hier
Worauf ich hinaus will? Ein Smart E.D. hat als Fortwo zwei Sitze, als Forfour zwei plus zwei (halbe) Sitze und als Cabrio, das bald nachgereicht wird, zwei Sitze und die Möglichkeit, sich vom Wind die Haare zerzausen zu lassen. Da ist also für jeden etwas dabei. Und ja, die Reichweite ist auf gut 160 Kilometer beschränkt, und in der Praxis sind vielleicht auch nur 120 bis 130 Kilometer machbar.  Aber wie oft fahre ich weiter? Manchmal muss man eben Fünf gerade sein lassen: Gerade im Stadtverkehr gibt es nun mal nichts Praktischeres als einen smart. Er findet überall seine Parklücke und lässt sich dank winzigem Wendekreis fast auf der Stelle drehen. Ein Auto muss nicht immer alles können, das Universal-Auto für jedermann gibt es nun mal leider nicht. Gab’s auch noch nie: Oder wollten Sie etwa von München an die Ostsee in einem Toyota Aygo fahren oder den großen Audi Q7 in der Innenstadt einparken?  Und so muss man auch beim Smart hinschauen, für welchen Einsatzbereich er geschaffen ist. Den Stadtalltag meistert er auf jeden Fall mit Bestnote.
 
  • Technische Daten – Smart Forfour electric drive

Länge: 3,50 Meter, Breite: 1,67 Meter, Höhe: 1,55 Meter, Radstand: 2,49 Meter, Wendekreis: 8,65 Meter, Kofferraumvolumen: 185 – 975 Liter.

Fremderregter Drehstrom-Synchronmotor, 60 kW/81 PS, maximales Drehmoment: 160 Nm, 0-100 km/h: 12,7 s, Vmax: 130 km/h, Durchschnittsverbrauch: 13,1 kWh/100 km, Batterie: Lithium-Ionen-Akku, Kapazität: 17,6 kWh, Reichweite nach NEFZ: 155 km, lokaler CO2-Ausstoß: 0 g/km, Preis: ab 22.600 Euro (bis circa 2019 abzgl. 4.000 Euro Umweltbonus).

 

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