ohne Bilder
AutoScout24
Aktuelle Testberichte und News

Artikel veröffentlicht am: 14.09.2018

ww2.autoscout24.at?article=623641

Erster Test: Opel Corsa GSi

Drei Buchstaben für mehr Sportlichkeit

Was wären Hersteller ohne ihre Topmodelle? Ein bisschen mehr Chi-Chi, eine sportlichere Abstimmung und natürlich, wie könnte es anders sein, noch mehr Leistung – fertig ist die Speerspitze. So zumindest der Regelfall. Beim neuen Opel Corsa GSi verhält sich die Sache ein wenig anders. Zwar ist auch er deutlich sportlicher abgestimmt und hat ein paar neue Anbauteile bekommen, mehr PS allerdings nicht.

Galerie

Ok, optisch erinnert der Corsa GSi schon an den eingestellten OPC (wer noch einen will: Einige Händler dürften noch welche auf dem Hof stehen haben) – das gibt auch Opel zu. Und auch wenn das zweite Fahrzeug, das nach dem Insignia GSi die drei Buchstaben tragen darf, keinen stärken Motor bekommen hat: das Fahrwerk spricht eindeutig die OPC-Sprache und wurde auf der Nordschleife des Nürburgrings erfolgreich abgestimmt.

Nicht aus der Ruhe zu bringen

Das Fahrwerk hätte nicht besser ausfallen können. Bereits nach den ersten Metern steht fest, der Opel Corsa GSi will sich mutig in die Kurven stürzen. Also nichts wie raus in die Berge. Von Kehre zu Kehre werden wir immer ein weniger schneller und warten schon seit einigen Kurven darauf, dass das Fahrzeug ausbrechen wird. Doch das bleibt aus, egal wie schnell wir den Kleinen ums Eck manövrieren – der Corsa lässt sich einfach nicht aus der Ruhe bringen. Selbst beim zu frühen Rausbeschleunigen greift das ESP nur sehr sanft ein, ohne den Fahrer wirklich zu stören.

Auch die übrige Abstimmung trägt ihren Teil zu dieser Agilität bei. Die Lenkung wurde optimiert, befolgt jeden Befehl präzise und direkt. Und auch die Schaltwege der Sechs-Gang-Handschaltung wurden noch einmal verkürzt. Für unseren Geschmack könnte sie allerdings gerne noch kürzer und knackiger sein und auch der große Schalthebel dürfte eine Nummer kleiner ausfallen. Ein Automatikgetriebe gibt es für den Opel Corsa GSi nicht.

Bekannter Motor

Unter der Motorhaube wurde der schon aus dem Corsa S bekannte 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner mit 150 PS verbaut. Das maximale Drehmoment von 220 Newtonmeter legt der kleine Kurvenjäger bei recht hohen 3.000 bis 4.500 Umdrehungen an. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h nimmt er sich 8,9 Sekunden – damit hat man genügend Power, um viele Verkehrsteilnehmer hinter sich zu lassen. Wer es ausreizen will, der fährt weiter bis 207 km/h. Der Durst vom sportlichen Corsa beläuft sich laut Opel auf durchschnittlich 6,4 Liter auf 100 Kilometer. Dass das bei flotter Fahrt nur schwer zu realisieren ist, dürfte allen klar sein. Wer es ordentlich krachen lässt, kann den Verbrauch auch in den niedrigen zweistelligen Bereich treiben. Immerhin erfüllt auch dieser Corsa schon die neue Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Erkennungsmerkmale

Bei all der Sportlichkeit soll natürlich auch der Nachbar sofort erkennen, dass es sich hier nicht um einen Null-Acht-Fünfzehn-Corsa handelt. Damit der schnittige Dreitürer (den Fünftürer gibt’s nicht als GSi) sich von seinen herkömmlichen Geschwistern optisch unterscheidet, hat man ihm große Lufteinlässe an der Frontschürze verpasst und große Seitenschweller, Außenspiegelgehäuse in Carbon-Optik, einen verchromten Endtopf und einen Dachkantenspoiler in Wagenfarbe spendiert. Im Innenraum hat er aluminium Sportpedale bekommen und Recaro-Ledersportsitze (Aufpreis: 2.060 Euro) die einen hervorragenden Halt bieten.

 
Fazit
hier
Bei der Fahrwerksentwicklung des neuen Opel Corsa GSi hat Opel sich viel Mühe gegeben. Selten sind wir einen so unaufgeregten und sportlichen Kleinwagen gefahren. Ob die Kunden ihn sich kaufen werden, bleibt abzuwarten. Vielleicht wäre das ein oder andere PS mehr hilfreich für die Kaufentscheidung gewesen, als Argumentationsgrund für den Händler. Aber auch ohne die PS mehr, ist der Opel Corsa GSi mehr als ordentlich ausgestattet, wenn er für 19.960 Euro ab Ende Oktober beim Händler steht.