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Erster Test: Dacia Dokker

Erster Test: Dacia Dokker

Günstig transportieren

29.06.2012

Wenige Wochen ist es nur her, dass Dacia mit dem Lodgy seinen neuen Kompakt-Van vorgestellt hat. Doch schon jetzt legt die rumänische Renault-Tochter den ähnlich gearteten Dokker nach. Der hat zwar mehr Nutzfahrzeug-Charakter im Blut, eignet sich aber dennoch auch zum Transport von Passagieren. Und er ist noch günstiger als der nur 9.990 Euro teure Lodgy.

Eintausend Euro weniger soll der günstigste Dokker, der von einem 83 PS starken 1,6-Liter-Benziner angetrieben wird, bei der Markteinführung gegen Ende des Jahres 2012 kosten – also 8.990 Euro. Was Dacia für die beiden 1,5-Liter-Diesel-Varianten mit 75 beziehungsweise 90 PS verlangt, wird derzeit noch nicht verraten. Mit besserer Ausstattung dürfte der große Selbstzünder aber wohl bei rund 12.500 Euro starten.

Ausreichend stark und sparsam

Erster Test Dacia DokkerGut angelegtes Geld: Bei unserer ersten Ausfahrt zeigt sich der Vierzylinder-Diesel als adäquater Antrieb für den knapp 1,3 Tonnen schweren Dokker. Zumindest unbeladen und mit nur zwei Passagieren besetzt hatte das mit 200 Newtonmeter Drehmoment ausstaffierte Aggregat keine Probleme. Voll bepackt könnte es dem Selbstzünder allerdings an Durchzug mangeln – den anderen beiden Triebwerken aber erst recht. 13,6 Sekunden für den Standardsprint und maximal 162 km/h sind für ein Nutzfahrzeug jedoch allemal ausreichende Werte, 4,5 Liter Verbrauch im genormten EU-Test sind gut. Auch der von uns erfahrene Praxiswert von fünfeinhalb Litern geht in Ordnung. Alle Triebwerke sind übrigens an ein manuelles Fünfgang-Getriebe gekoppelt und eine Stopp-Start-Automatik kennen sie nur vom Hörensagen.

Für einen 1,75 Meter nach oben ragenden Hochdachkombi ist der Dokker ausgesprochen agil und macht auch in kurvigem Geläuf eine gute Figur; dazu passend ist auch die Lenkung ausgelegt. Ausgesprochen komfortorientiert ist die Fahrwerksabstimmung allerdings nicht und erinnert die polternde Verbundlenker-Hinterachse die Insassen immer wieder daran, dass es sich hier um einen kleinen Transporter handelt.

Auch als Nutzfahrzeug

Erster Test Dacia DokkerDie Packesel-Dienste erfüllt der Dacia meisterlich. Ist er mit fünf Passagieren besetzt, schluckt der über asymmetrische Flügeltüren zugängliche Kofferraum 800 Liter, wird die Rückbank umgeklappt und nach vorne gekippt wächst der Stauraum auf 3.000 Liter an. Wer noch mehr transportieren will, kann den Dokker Express ordern: Eine Variante mit nur zwei Sitzen und bis zu 3.300 Liter Stauraum. Hinter den Sitzen gibt es eine Trennwand oder ein Gitter, letzteres lässt sich beiseite klappen und der Beifahrersitz nach vorne legen. Dann passen auch 3,11 Meter lange Latten in den Dokker und maximal 3.900 Liter. Die Zuladung liegt zwischen 578 und 695 Kilogramm.

Der Preis für den Express steht derzeit auch noch nicht fest, er soll aber bei unter 8.000 Euro ohne Steuer liegen. Brutto könnte er also sogar teurer sein, als die Personenvariante, hat dazu weniger Ausstattung und ESP gibt es nur gegen Aufpreis; beim Pkw-Dokker ist es serienmäßig an Bord. Sparen lässt sich mit dem Express bei der Kfz-Steuer, da er als Nutzfahrzeug zugelassen wird – im Falle des 90-PS-Diesels macht dies aber nicht einmal 50 Euro weniger pro Jahr aus. Es dürften also vor allem das noch größere Platzangebot und die praktischen Trennwände sein, die – vor allem Handwerker – zum Express greifen lassen werden.   

Robuster Plaste-Charme

Erster Test Dacia DokkerWer ein liebevoll eingerichtetes Interieur sucht, der ist beim Dokker fehl am Platz. Das Cockpit versprüht den robusten Charme einer Plastelandschaft. Hier und da fallen unsauber gearbeitet Stellen auf, im Großen und Ganzen - und erst recht in Anbetracht des Preises – ist der Dacia aber solide zusammengebaut. Die Sitze haben auf unserer ersten Ausfahrt einen ordentlichen Eindruck hinterlassen, für lange Strecken sind sie aber wahrscheinlich zu weich und die Beinauflage ist großen Passagieren zu kurz.  

Die wenigen Schalter auf dem Armaturenbrett sorgen dafür, dass es keine Probleme bei der Bedienung gibt, zahlreiche Ablagen hingegen machen den Dokker praktisch und bei der Reise mit Kindern findet sich sicher reichlich Kleinkram zum Verstauen. Damit die Kleinen hinten, wo es ausreichend Platz gibt, sicher sitzen, gibt es auf allen Plätzen Isofix-Kindersitzbefestigungen.

Wenig Extras

Ansonsten beschränkt sich die Sicherheitssausstattung auf zwei Front- und zwei Seitenairbags (beim Express wird nur der Fahrer geschützt), ABS und das bereits erwähnte ESP. Mehr lässt sich auch nicht hinzubestellen, Scheibenbremsen für die Hinterachse gibt es zum Beispiel nicht mal gegen Aufpreis. Serienmäßig an Bord sind lediglich die praktische Schiebetür auf der rechten Seite, eine Radiovorbereitung und Tagfahrlicht.

Erster Test Dacia DokkerWer ein wenig Komfort möchte, muss mindestens zur mittleren Ausstattungslinie Ambience greifen: Die Rückbank ist dann asymmetrisch geteilt, der Fahrersitz und das Lenkrad sind höhenverstellbar, die Außenspiegel können von innen verstellt werden, es gibt elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung und eine zweite Schiebetür auf der linken Seite. Eine Klimaanlage kann dann gegen Aufpreis bestellt werden.

Das Topmodell Lauréate wird noch um einen Bordcomputer, Nebelscheinwerfer, lackierte Stoßfänger und Außenspiegel und die Dachreling ergänzt. Es ist außerdem die Voraussetzung, um das Touch-Screen-Navigationssystem zu ordern. Auch Parksensoren gibt es auf Wunsch, im Falle des Dokkers sind sie aber nicht unbedingt nötig. Zumindest bei der Familienversion hat man durch die Scheiben in der Hecktüre gute Sicht und der im marokkanischen Tanger gefertigte Transporter bietet eine gute Rundumsicht.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Dacia Dokker   Dacia Dokker
Motor / Ausstattung   1.6 MPI 85   1.5 dci 75
Motor        
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   1.598 / R4   1.461 / R4
Leistung (kW (PS) / U/min)   61 (83) / 5.000   55 (75) / 4.000
Drehmoment (Nm / U/min)   134 / 2.800   180 / 1.750
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles Fünfgang-Getriebe   manuelles Fünfgang-Getriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.363 / 1.751 / 1.814   4.363 / 1.751 / 1.814
Radstand (mm)   2.810   2.810
Wendekreis (m)   11,1   11,1
Leergewicht  (kg)   1.165   1.280
Kofferraum (Liter, nach DIN)   800 - 3.000   800 - 3.000
Serienbereifung   185/65 R 15   185/65 R 15
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
EU-Zyklus (l/100km)   7,5   4,5
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   175 / Euro 5   118 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   14,3   15,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   159   150
Preise        
ab (Euro)   8.990,00   k. A.
Ausgewählte Extras (Euro)   Preisliste steht noch nicht fest   Preisliste steht noch nicht fest
 
Weitere Daten
Weitere Daten
 

 
Fazit
Erster Test Dacia Dokker
Wieder einmal hat es Dacia geschafft, ein sensationell günstiges Angebot auf den Markt zu bringen. Bei keinem anderen Hersteller bekommen Käufer einen praktischen Familientransporter für so wenig Geld: ein ähnlich motorisierter Fiat Doblò kostet mindestens 16.750 Euro, ein VW Caddy gut 17.300 Euro – fast doppelt so viel wie der Dokker. Dass beim Dacia dabei Abstriche beim Komfort, bei der Ausstattung und bei der Inneneinrichtung gemacht werden müssen, versteht sich von selbst.

Wem es allerdings nicht auf technischen Schnickschnack und Wohlfühlambiente ankommt, sondern auf Platz und Variabilität, der kommt beim Dacia voll auf seine Kosten. Drei ausreichend starke und sparsame Motoren und ein Fahrwerk, dass auch der flotteren Gangart gewachsen ist, runden das Angebot der Renault-Tochter ab. Und wer will, kann schließlich auch den Dokker mit dem ein oder anderen Komfortextra bestücken – und spart gegenüber den Mitbewerbern immer noch Geld.  
 
 

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