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Galerie: Erster Test VW Golf Variant

Erster Test: VW Golf Variant

Der packt´s

27.06.2013

Lediglich 20 Prozent hat der Variant am Verkaufsmix des Golf bisher ausgemacht – es gibt Baureihen, bei denen das Verhältnis von Kombi zu Limousine eher umgekehrt ist. Mit einer ansprechenderen Optik, einem besonders großen und variablen Fond, sowie der neuen, formidablen Golf-Qualität, nunmehr beim Kombi auch wieder Made in Germany, könnte der neue Variant der 7. Golf-Generation künftig deutlicher aus dem Schatten seines Kompaktbruders hervortreten.

Wer den VW-Modellen aus mexikanischer Produktion bisher mistraute, hat jetzt also Grund zum Frohlocken. In seiner Neuauflage wird der Golf Variant nicht mehr wie bisher in Amerika, sondern im VW-Werk in Zwickau montiert. Zumindest wurden in der Vergangenheit einigen VW-Modellen aus mexikanischer Produktion gelegentliche Qualitätsprobleme nachgesagt. Mit diesem Imageproblem muss sich der neuen Variant nicht mehr herumplagen.

Galerie: Erster Test VW Golf VariantNoch greifbarer für den Kunden ist allerdings der optische Fortschritt des Golf Variant. Der auf 4,56 Meter gewachsene Familien- und Vertreter-Liebling trägt zwar ganz eindeutig die Züge der neuen Golf-Generation, doch wirkt er nicht wie eine Nutzwert-Variante mit plump angehängtem Gepäckabteil, sondern formvollendeter. Ein Grund dafür ist die charakterbildende Schulterlinie, die sich durch die gesamte Fahrzeugflanke bis in die D-Säule zieht. Und Letztere bildet nunmehr den optischen Abschluss wie bei der Kompaktversion die C-Säule. Erst auf den zweiten Blick nimmt man deshalb den eigentlich wuchtigen Karosserieüberhang jenseits der Hinterachse auch als solchen wahr, während bei der Kompaktversion dieser ja denkbar kurz ausfällt.

Deutlich mehr Platz als sein Vorgänger

Galerie: Erster Test VW Golf VariantEin Golf Variant sah nie schnittiger aus und nie hatte er mehr Stauraum zu bieten als heute. Wer sich an großen Literzahlen ergötzen kann und eine solide Variabilität wünscht, findet in diesem Stauraum-VW einen entsprechend verheißungsvollen Partner. Der Zugang zum Kofferraum verlangt nach klassischer Handarbeit, denn eine gestengesteuerte Entriegelung oder gar eine rein elektrisch öffnende Hintertür gibt es nicht. Immerhin: Hat man die Heckklappe ein Drittel ihres Weges nach oben befördert, kann man diese loslassen und setzt nunmehr eine sanfte Sesam-öffne-Dich-Performance ein.

Dank der zweigeteilten Rückleuchten konnte VW eine immer einen Meter breite Öffnung zum normal 605 Liter fassenden, ordentlich ausgekleideten Kofferraum realisieren. Wer mehr Platz braucht, kann die Rückbanklehne direkt von der offenen Heckklappe aus mit in der Seitenwand befindlichen Hebeln umlegen. Danach bietet der Variant dank eines Zwischenbodens ein topfebenes Gepäckabteil mit 1.620 Liter Fassungsvermögen. Dieser ist sogar in der Länge noch ausbaubar, denn ab der Ausstattung Comfortline gibt es eine umklappbare Beifahrersitzlehne, die es ermöglicht, bis zu 2,67 Meter lange Gegenstände einzuladen.

Variabel, praktisch durchdacht

Unterm Zwischenboden ist überm Notreserverad außerdem noch reichlich Raum für Kleinkram und Werkzeuge. Praktisch: Das in Notfällen so wichtige Warndreieck befindet sich stets leicht erreichbar in der Innenverkleidung der Heckklappe. Alternativ kann man den Zwischenboden auch eine Etage tiefer legen und so einen tieferen Gepäckraum mit einer entsprechen hohen Ladeschwelle schaffen. Schließlich kann man aus den Tiefen des Kofferraums den Zwischenboden und angeklippte Seitenwände herausnehmen und so eine Laderaumtiefe schaffen, die auch den Transport von sperrigen Waschmaschinen erlaubt. Nachteilig jedoch: Will man diesen maximalen Stauraum, wird es etwas fummelig, alle Teile auszubauen und müssen diese dann in der Garage geparkt werden.

Es gibt aber auch smartere Lösungen: Zum Beispiel die nun wieder in Schienen geführte Gepäckraumabdeckung, die auf halben Weg in ihre Kassette einen Zwischenstopp einlegt und der Nutzer sich dann nicht sonderlich weit strecken muss, will er die Abdeckung wieder zurückholen. Darüber hinaus gibt es für die Abdeckung und das zusätzliche Trennnetz noch spezielle Halterungen unterm Kofferraumboden. Taschenhaken und Verzurrösen runden das positive Bild ab. Verfeinerte Ordnungsstifter wie eine über Schienen im Kofferraumboden flexibel verstellbare Teleskopstange, wie man sie zum Beispiel für den Opel Astra Sports Tourer bekommen kann, gibt es hingegen nicht.

Schöne, neue Golf-Welt

Galerie: Erster Test VW Golf VariantVorbildlich eingerichtet ist dafür der Innenraum weiter vorne, der irgendwie wirkt, wie ein Golf-Interieur schon seit Jahrzehnten wirkt, aber trotz dieser konservativen Weiterentwicklung dennoch absolut topmodern eingerichtet ist. Super-Navi, Abstandstempomat, elektrische Handbremse, filigrane Tasten am Lenkrad – viele Details waren bis vor kurzem noch höheren Klassen vorbehalten. Am eindrucksvollsten ist jedoch die feine Verarbeitung und die Qualität im Detail. Derartig geringe Spaltmaße suchen in der Industrie Ihresgleichen. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür sind die fein in die A-Säule eingelassenen Hochtöner der Dynaudio-Anlage. Auch der Warnblinkschalter strahlt diesen besonderen Sinn fürs Detail aus, denn diesen wertet, zumindest in der Ausstattung Highline, eine kleine Chromleiste auf. Über 60 solcher Chromverzierungen finden sich allein im vorderen Bereich der Fahrgastzelle, sofern man die Topversion ordert.

Ähnlich fein wie die Ausstattung ist auch das Fahrverhalten des Golf Variant. Den Wagen erleben die Insassen als angenehm leise, feinfühlig federnd, ausgewogen. Doch der Lastesel kann auch zackig, zumindest die von uns gefahrenen Top-Motorisierungen 2.0 TDI (150 PS) und 1.4 TSI (122 PS) sorgen bereits für kräftigen Durchzug und souveräne Fahrleistungen bei gleichermaßen mäßigem Durst. Als Sahnehäubchen gibt es sogar XDS, welches das Scharren der vorderen Antriebsräder beim Rausbeschleunigen aus Kurven effektiv eindämmt. Außerdem gibt es gegen Aufpreis das empfehlenswerte adaptive Fahrwerk DCC, welches es dem Fahrer ermöglicht, zwischen einer betont sportlichen oder komfortablen Fahrwerksabstimmung zu wählen. Und praktisch: Der gut arbeitende Abstandstempomat bleibt sogar aktiv, wenn man die Gänge wechselt und muss dann nicht jedes Mal neu gesetzt werden.

Das kann teuer werden

Galerie: Erster Test VW Golf VariantDas alles sind überzeugende, feine Lösungen, die sich VW allerdings teuer bezahlen lässt. Ein ordentlich ausgestattetes und motorisiertes Exemplar kostet dann locker mal 30.000 Euro. Im günstigsten Fall kann man den Golf Variant für rund 19.000 Euro bekommen, muss dann aber auch auf so ziemlich alle Nettigkeiten verzichten, die die neue Golf-Welt zu bieten hat und auch beim Antrieb sich mit den 85 PS des 1.2 TSI zufrieden geben. Das dürfte angesichts der vielen attraktiven Alternativen allerdings den meisten Kunden schwer fallen.

 
Fazit
hier
Der Wechsel von der sechsten zur siebten Golf-Generation war ein großer Sprung, behutsam vollzogen, aber dennoch in allen Belangen mit vielen für den Kunden spürbaren Vorteilen. Diesen Sprung hat jetzt auch der Golf Variant vollzogen, der ganz im Stile der neuen Golf-Familie ein ausgewogenes und qualitativ gutes Autoerlebnis beschert.

Sein besonderes Talent ist aber der zusätzliche Stauraum, der im Vergleich zum Vorgänger bereits in reinen Literzahlen deutlich zugelegt hat. Aber auch in der Handhabung zeigen sich viele Fortschritte, wie zum Beispiel in Form der praktischen Fernentriegelungshebel zum automatischen Umlegen der Rückbanklehne.

Und dann hat der neue Golf Variant noch eine Vielzahl an attraktiven Optionen, wie zum Beispiel den adaptiven Abstandstempomaten oder die Verkehrszeichen-Erkennung. Angesichts der zahlreichen Möglichkeiten wird man sich als Kunde allerdings kaum mit dem immerhin schon 19.000 Euro teuren Basismodell zufrieden geben können.
 
 

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