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Erster Test: Volvo V60

Erster Test: Volvo V60

Schwedischer Premium-Kombi

25.05.2018

Der Kombi gehört zu Volvo wie das Amen in die Kirche – rund sechs Millionen der praktischen Kisten haben die Schweden in den letzten sechzig Jahren unters Volk gebracht. Während Tugenden wie viel Platz und große Sicherheit gleichgeblieben sind, haben sich Design und Kundschaft allerdings deutlich verändert. Sah man in den früheren Kastenwagen vor allem Studienräte und Architekten, zielt Volvo mit seinem neuen Design und gestiegenen Premium-Preisen eher auf dynamisch-erfolgreiche Business-People. Da macht auch der neue V60 keine Ausnahme.

Erster Test Volvo V60Galerie

Mindestens 40.100 Euro muss locker machen, wer den neuen Schweden-Kombi fahren will. Das sind nur ein paar Tausender weniger, als der große Bruder V90 kostet. Allerdings geht die Schere schon bald ein bisschen weiter auf: Aktuell stehen nur drei potente Motoren und die gehobeneren Ausstattungen zur Wahl, schon bald werden aber Einstiegsaggregate und eine günstigere Ausstattungs-Variante nachgereicht, womit der Preis wie bei der bisherigen Generation auf etwas über 30.000 Euro sinken dürfte.

Umfangreiche Ausstattung

Erster Test Volvo V60Dass es beim Grundpreis selten bleibt, versteht sich von selbst, zu groß traditionell sind die Verlockungen der Preisliste. Da macht auch der 60er keine Ausnahme und bietet mit virtuellem Cockpit, großem, hochkant verbauten Infotainment-Touchscreen, Panorama-Glasdach, komfortablen Massagesitzen, High-End-Soundsytem, ultra-hellem LED-Licht, adaptivem Fahrwerk, Brems-Lenk-Tempomat-Assistent und vielen weiteren Sicherheits-Features alles das, was wir auch aus den anderen Baureihen kennen.

Erster Test Volvo V60Neu hinzu kommen zwei weitere Brems-Helfer: Zum einen stoppt der Volvo jetzt automatisch, wenn er beim rückwärts Ausparken einen Zusammenstoß mit dem Querverkehr wähnt, zum anderen steig er in die Eisen, wenn ihm auf der eigenen Fahrspur jemand entgegenkommt. Das soll beim Zusammenstoß mit einem Geisterfahrer – der hoffentlich nie vorkommt – zumindest die Unfallschwere mildern. Während die Schweden damit in Sachen Sicherheit wieder ganz vorne mitfährt, hinken sie in Sachen Connectivity ein bisschen hinterher. Zwar lassen sich Smartphones problemlos mit dem Wagen verbinden, eine induktive Ladeschale aber sucht man vergebens.

Der letzte Diesel

Erster Test Volvo V60Ebenfalls nicht fündig wird – wie bei allen jüngeren Volvos –, wer nach einem Sechs-Zylinder sucht. Natürlich beugt sich auch der V60 der restriktiven Motorenpolitik und fährt ausschließlich mit Vierzylindern vor. Mehr noch: Als letzter Volvo bekommt er noch Dieseltriebwerke unter die Haube, schon die zugehörige Limousine S60, die später im Jahr folgt, fährt ausschließlich mit Benzinern vor. Und natürlich mit Plug-in-Hybriden. Der bekannte T8 Twin-Antrieb wird um einen kleinen Bruder auf T6-Basis erweitert und beide werden auch im V60 nachgereicht.

Erster Test Volvo V60Vorerst muss der T6 die Arbeit ohne Elektro-Unterstützung verrichten, was ihm in Anbetracht von 310 PS, Achtgang-Automatik und Allradantrieb nicht schwerfällt. Allerdings muss der Otto auch gut 1,9 Tonnen Gewicht schleppen und kommt in Sachen Laufruhe und Souveränität nicht an einen V6 heran. Und: Die erhoffte Spritersparnis durch den Verzicht auf zwei Brennkammern gibt es nur auf dem Papier, und selbst da schwindet sie. Nach veraltetem NEFZ-Messverfahren nimmt sich der T6 nur siebeneinhalb Liter, im realistischeren WLTP-Zyklus sind es dagegen schon neun Liter; unter zehn Liter sind auf der Straße kaum machbar.

Ausgewogen

Erster Test Volvo V60Um einiges sparsamer und insgesamt stimmiger sind da die Diesel – als D3 mit 150 PS oder der 190 PS starke D4. Die letzten ihrer Art bei Volvo kommen serienmäßig mit Frontantrieb und Sechsgang-Handschaltung und pusten nur AdBlue-gereinigte Abgase in die Luft, was ihnen das Euro-6d-TEMP-Zertifikat sichert. Besonders ausgewogen präsentiert sich der D4 mit der optionalen Automatik. Die verwaltet die 400 Newtonmeter Drehmoment unaufgeregt und gibt die Kraft gleichmäßig ab. Gegenüber dem Otto wirkt der Diesel weniger angestrengt, und auch bei flotten Zwischensprints reagiert er weniger hektisch.

Erster Test Volvo V60Hervorragende Arbeit haben die Fahrwerks-Ingenieure geleistet. Der 4,76 Meter lange V60 sieht nicht nur dynamischer aus als der 90er-Kombi, er fühlt sich mit seinen 18 Zentimeter weniger Länge auch um einiges handlicher an. Vor allem die weite Spreizung des per Tastendruck justierbaren Unterbaus überzeugt: Im Komfortmodus schwebt der Schwede gemütlich über die Straße, auf Sport gestellt wird die Verbindung zum Asphalt deutlich direkter. Dies Abstimmung ist den Schweden bislang nicht immer so fein gelungen. Bevor man sich und den Volvo allerdings schwungvoll in die Kurve wirft, sollte man einen Blick in den Kofferraum werfen und kontrollieren, ob die Ladung gut gesichert ist. Mit 529 bis 1441 Litern geht in den V60 nämlich fast soviel rein, wie in seinen großen Bruder und sogar mehr als in das Mittelklasse-SUV XC60.  

 
Fazit
hierErster Test Volvo V60
Der Volvo V90 ist ihnen zu groß? Mit dem V60 reicht Volvo einen standesgemäßen Mittelklässler nach, der mit seinen gut 18 Zentimeter weniger Länge deutlich handlicher wirkt und um einiges dynamischer ausschaut. In Sachen Ladevolumen muss man dagegen kaum Abstriche machen, auch in den 60er geht jede Menge Gepäck rein. Viel sparen kann man damit allerdings auch nicht, auch der V60 spielt in der Premium-Liga und liegt auf dem Niveau von Mercedes C-Klasse T-Modell, BMW 3er Touring und Audi A4 Avant.
 
 

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