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Erster Test: smart ED

Erster Test: smart ED

Eigentlich super

02.12.2016

Im Schnitt fährt jeder von uns am Tag 35 Kilometer – meistens zur Arbeit und zurück. Da braucht es eigentlich nicht das große SUV mit dem möglichst größten Motor, oder den potenten Sportwagen, nein – ein Smart würde in den meisten Fällen reichen. Und in Anbetracht der Tatsache, dass viele Menschen ihr urbanes Umfeld nur sehr selten verlassen, würde Städtern sogar eine Reichweite von 160 Kilometer genügen. Genau diese Distanz kann der neue Smart electric drive emissionsfrei zurücklegen. Ab April 2017 steht er beim Händler, wir haben ihn schon jetzt zu einer kleinen Ausfahrt gebeten.

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Wir alle lernen von unseren Eltern und Großeltern, und greifen auf deren Erfahrung zurück. Und genau so ist es bei Autos. Eine neue Generation behält Gutes bei, Schlechtes dagegen wird ausgemergelt und verbessert. Im Falle des Elektro-Smarts heißt das konkret: Er ist noch genau so flink und wendig wie sein Vorgänger, kommt aber mit verbesserten Fahreigenschaften und einem kleinen Plus an Reichweite ums Eck.

Erster Test smart EDEinen besonders großen Sprung hat das Fahrwerk gemacht. Rumpelte der Vorgänger noch unsanft über Bodenunebenheiten, schluckt der Neue diese deutlich besser weg. Die im Fahrzeugboden untergebrachte Batterie sorgt zudem für mehr Bodenkontakt und lässt fast ein Go-Kart-Feeling aufkommen. Der Elektro-Zwerg wird dadurch zum Kurvenräuber und durchsprintet jede Kehre freudig und agil.

Gleiche Kapazität, mehr Reichweite

Erster Test smart EDAuch wenn der neue Smart ED mit einer neuen Lithium-Ionen-Batterie ausgestattet ist – die Speicherkapazität von 17,6 Kilowattstunden ist dieselbe wie im Vorgänger. Doch auch beim Elektroantrieb macht sich Daimlers Renault-Kooperation bemerkbar. So fährt der Smart mit einem effizienteren Antriebsstrang vor, den er sich beim Renault Zoe abgeguckt hat. Dieser kommt mit 12,9 statt 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometer aus. So kommt die Reichweitensteigerung von rund 15 Kilometern bei gleichbleibender Stromkapazität der Batterien zustande.

  • Technische Daten – smart ED

Länge: 2,69 Meter, Breite: 1,66 Meter, Höhe: 1,56 Meter, Radstand: 1,87 Meter, Kofferraumvolumen: 260 – 350 Liter

Fremderregter Drehstromsynchronmotor, 60 kW/81 PS, maximales Drehmoment: 160 Nm, 0-100 km/h: 11,5 s, Vmax: 130 km/h, Durchschnittsverbrauch:12,9 kWh/100 Kilometer, Batteriekapazität: 17,6 kWh, CO2-Ausstoß:  0 g/km, Abgasnorm: Euro 6

Preis: ab 21.949 Euro

Verschwunden ist dagegen der typische Stromer-Klang; beim Gas-, pardon Stromgeben hörte sich der alte Smart ein bisschen an wie eine Blitzlampe beim Aufladen. Doch wie beim herkömmlich angetrieben Smart (LINK), macht sich auch beim Stromer die neu entwickelte Karosserie bemerkbar, die den Innenraum deutlich ruhiger werden lässt. Optional gibt es dafür einen Soundgenerator, der vor allem Fußgänger und spielende Kinder unterhalb einer Geschwindigkeit 30 km/h mit einem Piepsen warnen soll. Bei höherer Geschwindigkeit reichen die Wind- und Abrollgeräusche, um den Smart anzukündigen.

Erster Test smart EDDoch zurück zur Reichweite: Offiziell wird der neue Elektro-Smart mit 160 Kilometer Reichweite angegeben – das ist das Ergebnis auf dem NEFZ-Prüfstand. Wie auch bei herkömmlichen Antrieben, ist dieser Wert allerdings nur schwer realisierbar. Smart selbst geht in der Praxis von gut 120 Kilometern elektrischer Reichweite aus. Eine große Rolle spielt hier der Fahrer, oder besser sein rechter Fuß: Bei längeren Autobahnetappen mit voller Power neigt sich die Batterieladung natürlich schneller dem Ende zu. Und auch ein ständiges Voll-Strom-Anfahren an der Ampel ist nicht gerade förderlich für einen langen Atem der Batterie.

In den Sitz gedrückt

Erster Test smart ED„Leider“ machen gerade diese Kavalierstarts so viel Spaß: Der 81 PS starke Motor liefert ein permanentes Drehmoment von 160 Newtonmeter, und die liegen bei einem E-Antrieb nun mal aus dem Stand heraus komplett an. Und damit zeigt der Kleine so manchem Sportwagen an der Ampel die Rücklichter. Jenseits vom Stadttempo geht im allerdings etwas die Puste aus: Zwar legt der Zwerg einen flotten Start hin, braucht allerdings 11,5 Sekunden um auf Landstraßentempo zu kommen. Auch an der Spitze kann er mit den meisten anderen Verkehrsteilnehmern nicht mithalten. Bei 130 km/h ist Schluss – das sind immerhin 5 km/h mehr als beim Vorgänger.

Erster Test smart EDSchneller ist übrigens auch die Batterie, und zwar wenn es ans Laden geht. An der herkömmlichen Haushaltssteckdose mit 230 Volt und 12 Ampere ist der Akku nach sechs Stunden zu 80 Prozent geladen. Wer sich die aufpreispflichtige Wallbox mit 20 Ampere in der Garage installieren lässt, erreicht die achtzigprozentige Ladung in 3,5 Stunden. Aber Smart denkt natürlich auch an die Kunden, die es gerne noch schneller wollen: Im Herbst 2017 soll ein Schnelllader ins Programm aufgenommen werden. Dann füllen drei Mal 230 Volt und 32 Ampere in nur 45 Minuten die Batterie zu 80 Prozent auf. Dass die das flotte Füllen problemlos verkraftet, davon ist Smart überzeugt: Auf den Stromspeicher gibt es acht Jahre Garantie.

Günstiger – und doch recht teuer

Erster Test smart EDDank günstigerer Batterien ist der neue Smart ED um 1.700 Euro günstiger geworden als sein Vorgänger. Allerdings kostet die Einstiegsvariante immer noch stolze 22.000 Euro und für das Cabrio werden sogar 25.200 Euro fällig. Für den Preis gibt es bei anderen Herstellern durchaus gleich zwei Fahrzeuge, und die sind nicht an die beschränkte Reichweite gebunden - und sie bieten mehr Platz. Zumindest letzterem Argument kontert Smart: Erstmalig ist auch der größerer ForFour als ED-Modell zu haben (ab 22.600 Euro).

 
Fazit
hierErster Test smart ED
Ganz ehrlich: Der smart ED ist eigentlich der beste Kleinwagen auf dem Automobilmarkt. Er passt in jede Parklücke und flitzt wieselflink durch die Stadt. Zwar hat er nur eine Reichweite von 160 Kilometer, doch für die täglichen Fahrten reicht das vollkommen aus. Wer sich also von der jahrelang gelernten Vorstellung verabschiedet, dass ein Auto für alle Situationen ausgelegt sein muss und bereit ist, bei längeren Fahrten auch mal auf einen Mietwagen – oder den Erstwagen – zurückzugreifen, der findet im Smart electric drive einen großartigen Alltagsbegeleiter, der jede Menge Spaß macht. Nur: Beim Bezahlen kann einem das Lachen vergehen.
 
 

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