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Erster Test: Porsche Panamera Sport Turismo

Erster Test: Porsche Panamera Sport Turismo

Kombinierter Fahrspaß

11.08.2017

Hätte man vor 20 Jahren ein Kind gefragt, welches Modell es mit Porsche verbindet, dann wäre wie aus der Pistole geschossen „der 911er“ gekommen. Der Zweitürer ist zwar nach wie vor immer noch für viele ein Kindheitstraum, doch schon seit einiger Zeit setzt Porsche auch auf flotte Viertürer. Neben Porsche Macan und Cayenne auf der SUV-Seite gibt es seit 2009 auch die Luxus-Limousine Panamera – fehlt für die breite Fahrzeugpalette nur noch ein Kombi. Der hält jetzt Einzug, doch wäre es ein Frevel, einen rassigen Sportler einfach Kombi zu nennen – der neue im Bunde nennt sich daher  Porsche Panamera Sport Turismo.

Erster Test Porsche Panamera Sport TurismoGalerie

Komfort, Sportlichkeit, Praktikabilität und ein anmutendes Erscheinungsbild gelingt den wenigsten Herstellern in Einklang zu bringen. Doch in Zuffenhausen versteht man dieses Handwerk – wie schon der erste Blick auf den Panamera Sport Turismo zeigt. Bis zur B-Säule unterscheidet sich der Kombi gar nicht von der Limousine, und auch das höhere Heck passt sich nahtlos in das Porsche-Design ein. Sogar für einen Spoiler haben die Kreativen noch Platz gefunden: Bis 170 km/h ist dieser in der Versenkung geparkt und öffnet sich bei schnellerer Fahrt, um so die Windgeräusche zu reduzieren. Auf Knopfdruck lässt sich die Lippe aber auch jederzeit komplett ausfahren, um beispielsweise vorm Nachbarn eine gute Figur zu machen.

Erster Test Porsche Panamera Sport TurismoHinter der Optik können wir also getrost ein Häkchen setzen. Und wie sieht es mit dem Komfort aus? Mit Massage-Sitzen, sattem Sound aus den Lautsprechern von Burmester oder allen erdenklichen Helferlein für den Fahrer, spielt der Porsche Panamera Sport Turismo auch hier ganz oben mit und entlastet und entspannt auf allen Plätzen. Im Fond ist sogar so viel Raum, dass man sich gemütlich zum Verweilen in den Sitz fläzen kann, wo man sich entweder die Verspannung im Rücken wegbügeln lässt, oder in Ruhe arbeitet. Obwohl die Dachlinie nach hinten abfällt, ist auch die Luft nach oben, für groß gewachsene Fahrgäste ausreichend.

Die sportlichen Attribute

Erster Test Porsche Panamera Sport TurismoKommen wir zur Sportlichkeit. Kann man bei Porsche eigentlich bei irgendeinem Modell von der schwächsten Motorisierung sprechen? Nicht wirklich, und auch beim Einstigesmotor für den Porsche Panamera 4 Sport Turismo kann man keine Schwäche feststellen. Der Drei-Liter-V6-Biturbo-Benziner mit 330 PS kann, dank seines maximalen Drehmoments von 450 Newtonmeter, die beherzt zwischen 1.340-4.900 Umdrehungen zupacken, die bis zu 2,2 Tonnen schwere Kombi-Limousine in nur 5,3 Sekunden auf Tempo 100 km/h katapultieren. Mit seinem serienmäßigen Allradantrieb trabt dieser dann weiter, bis bei 259 km/h Schluss ist. An der Spitze steht zur Zeit noch der Panamera Turbo Sport Turismo mit 550 PS, bei dem das Landstraßentempo nach nur 3,6 Sekunden fällt. Auch bei der Vmax legt er nochmal ordentlich nach und marschiert munter bis 304 km/h. Wem das allerdings immer noch nicht schnell genug ist, der muss sich noch ein wenig gedulden und auf das neue Top-Modell Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid warten, dem zusätzlich ein E-Motor Beine macht.

  • Technische Daten - Porsche Panamera Sport Turismo

Länge: 5,05 Meter, Breite: 1,94 Meter (mit Außenspiegeln: 2,17 Meter), Höhe: 1,43 Meter, Radstand: 2,95 Meter, Kofferraumvolumen: 520 – 1.390 Liter

Panamera 4 Sport Turismo

3-Liter-V6-Biturbo-Benziner, 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 243 kW/330 PS, maximales Drehmoment:  450 Nm bei 1.340–4.900 U/min, 0-100 km/h: 5,3 s, Vmax: 259 km/h, Durchschnittsverbrauch: 7,8 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 178 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: ab 97.557 Euro

Panamera 4S Sport Turismo

2,9-Liter-V6-Biturbo-Benziner, 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 324 kW/440 PS, maximales Drehmoment: 550 Nm bei 1.750–5.500 U/min, 0-100 km/h: 4,2 s, Vmax: 286 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,2 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 187 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: ab 120.048 Euro

Panamera E-Hybrid Sport Turismo

2,9-Liter-V6-Benziner, 243 kW/330 PS bei 5.250-6.500 U/min, max. Drehmoment 450 Nm bei 1.750-5.000 U/min, E-Maschine 100 kW/136 PS bei 2.800 U/min, max. Drehmoment 400 Nm bei 0-2.300 U/min, Systemleistung 340 kW/462 PS bei 6.000 U/min, Systemdrehmoment 700 Nm bei 1.100-4.500 U/min, 0-100 km/h: 4,6 s, Vmax: 275 km/h, elektrische Reichweite 51 km, Durchschnittsverbrauch: 2,5 Liter, CO2-Ausstoß: 56 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A+, Preis: ab 112.057 Euro

Panamera Turbo Sport Turismo

4,0-Liter-V8-Biturbo-Benziner, 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 404 kW/550 PS, maximales Drehmoment: 770 Nm bei 1.960–4.500 U/min, 0-100 km/h: 3,6 s, Vmax: 304 km/h, Durchschnittsverbrauch: 9,4 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 215 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: D, Preis: ab 158.604 Euro

Panamera 4S Diesel Sport Turismo

4,0-Liter-V8-Biturbo-Diesel, 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 310 kW/422 PS, maximales Drehmoment: 850 Nm bei 1.000–3.250 U/min, 0-100 km/h: 4,5 s, Vmax: 282 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,7 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 176 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Preis: ab 123.975 Euro

Erster Test Porsche Panamera Sport TurismoDoch nicht die technischen Daten machen eine gute Figur. Auf der Straße heißt die Devise: von zart bis hart. Im Normalmodus gleitet der Panamera Kombi, wie es sich in der  Luxus-Klasse nunmal gehört, zügig aber entspannt dahin und freundet sich mit jedem Untergrund an. Sogar im Sport- oder Sport-Plus-Modus weiß der Zuffenhausener Sport Turismo noch behutsam mit Bodenunebenheiten umzugehen. Sicher, das Fahrwerk ist in dieser Einstellung gestrafft, dennoch bleiben Blessuren am Rücken aus. Dafür sorgt das intelligente 48-Volt-Bordnetz, das die Wankstabilität und die verbesserte Luftfederung mit drei Kammern und 60 Prozent mehr Volumen verwaltet.

Erster Test Porsche Panamera Sport TurismoGleichzeit aber macht der Porsche trotz seiner Masse und dem hohen Gewicht auch auf der Rennstrecke eine gute Figur wie kaum ein anderer in dieser Klasse. Fest krallt er sich in den Asphalt, lässt sich blitzschnell durch die Kurven bewegen und auch die Stopper stehen seinen Brüdern in nichts nach. Doch gänzlich kann natürlich auch Porsche die Physik nicht außer Kraft setzten, und übertreibt man es mit der Geschwindigkeit, wird der schwere Panamera freilich deutlich schneller ans Kurvenäußere gedrückt als etwa ein Boxster.

Kombi oder nicht Kombi?

Erster Test Porsche Panamera Sport TurismoMindestens 97.557 Euro werden für einen Porsche Panamera 4 Sport Turismo fällig. Das sind 7.000 Euro mehr als für die normale Limousine. Doch rechtfertigt sich der Mehrpreis? Schaut man auf die Zuladung, so kann auch die große Heckklappe nicht wesentlich viel mehr an Gepäck aufnehmen als der schon ordentlich dimensionierte Limousinen-Kofferraum; standardmäßig gehen 520 Liter rein und klappt man die Rücksitze flach, wächst der Stauraum auf 1.390 Liter. Zumindest aber – Stichwort Praktikabilität! – können in dieser Version sperrigere Gepäckstücke leicht verladen werden. Davon soll übrigens, wenn Porsches Marketing-Strategen Recht behalten,  zukünftig jeder fünfte Panamera-Käufer profitieren.

 
Fazit
hierErster Test Porsche Panamera Sport Turismo
Ob man einen Porsche Panamera Sport Turismo braucht, oder ob nicht auch die Limousine ausreicht, bleibt vor allem eine Frage des Geschmacks. Darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten, vielmehr verhält es sich wie mit einem sauren Hering: Dem einen ist er ein Graus, dem anderen ein Leckerbissen. Und so wird es auch beim Sport Turismo wieder eine Fraktion geben, die mit dem Kombi erneut den Untergang der Marke herauf beschwört und eine andere, die in Scharen zum Händler strömt und Kaufverträge unterschreibt. Auf jeden Fall aber muss man neidlos anerkennen, das dem Zuffenhausener Kombi so schnell keiner das Wasser reichen wird. Hier stimmt nämlich einfach alles: Komfort, Sportlichkeit , Optik und Praktikabilität sind perfekt miteinander verschmolzen. Größte Schwachstelle? Der mit 97.557 Euro hohe Einstiegspreis.
 
 

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