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Erster Test: Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

Erster Test: Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

High-Tech-Laster

15.09.2016

Trendsetter, Early-Adopter und Technik-Nerds kommen derzeit an einem Auto nicht vorbei: Die neue Mercedes E-Klasse vereint sämtliches High-Tech, das derzeit erdacht ist, und macht einen weiteren großen Sprung in Richtung autonomes Fahren. Im Stau folgt der Benz seinem Vordermann, ohne dass man selbst Lenken muss, und mit dem Blinker angestupst übernimmt der Computer inzwischen sogar schon Überholvorgänge auf der Autobahn. Jetzt reichen die Stuttgarter auch noch das T-Modell nach, das bei allem technischen Schnickschnack seine praktischen Tugenden nicht aufgeben musste.

Erster Test Mercedes-Benz E-Klasse T-ModellGalerie

Zugegeben, ein paar Liter Kofferraumvolumen mussten die Ingenieure den Designern opfern. Das Team um den Chef-Kreativen Gordon Wagener hat sich mit seiner Forderung nach einem schicken Heck gegen die mathematischen Stauraum-Maximierer durchgesetzt. 130 Liter kosten die schlankere Form und das schräger stehende Fenster, aber keine Angst: 1.820 Liter Stauraum sind immer noch eine ordentliche Ansage. Von Platz 1 muss sich das T-Modell damit aber verabschieden, in einen Skoda Superb Combi gehen 45 Liter mehr rein! Weiterhin das Nachsehen haben die direkten Mitbewerber Audi A6 Avant und BMW 5er Touring mit weniger als 1.700 Litern.

Erster Test Mercedes-Benz E-Klasse T-ModellBis zur Oberkante wird das T-Modell aber ohnehin wohl nur selten beladen, und der im Alltag relevante Bereich unterhalb der Laderaumabdeckung ist mit 640 Litern nur um 55 Liter kleiner geworden. Und: Mit 1,10 Metern ist die nutzbare Kofferraum-Breite gleichgeblieben und auch die Heckklappe ist immer noch riesig und erleichtert das Beladen – dass der Deckel elektrisch auf und zu schwingen kann und sich optional auch per Fußschwenk unter der Heckschürze öffnen lässt (952 Euro Aufpreis), ist fast schon selbstverständlich.

Wer noch 30 Extra-Liter im Heck braucht, kann die Lehne der Rückbank um zehn Grad steiler stellen. Dann sitzt es sich aber im geräumigen Fond nicht mehr ganz so gemütlich. Komplett umklappen lässt sich das Sitzmöbel direkt vom Kofferraum aus im Verhältnis 40:20:40. Ebenfalls zu haben: Eine dritte Sitzbank im Laderaum, auf der zwei Kindersitze entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden können.

Voll digital

Erster Test Mercedes-Benz E-Klasse T-ModellFür den Fahrer ändert sich nichts, das Cockpit gleicht dem der Limousine und wartet mit volldigitalen Instrumenten und einem großen Infotainmentdisplay in der Mittelkonsole auf. Noch größer geht’s mit dem internetfähigen High-End-Multimediasystem Comand Online und dem Widescreen-Cockpit: Beide Bildschirme wachsen dann auf 12,3 Zoll an und nehmen nahezu das ganze Dashboard in Beschlag. Das Kombiinstrument kann der Fahrer dann ganz nach seinen persönlichen Vorlieben konfigurieren. Kleinlich: Während Mercedes den Onlinezugang in UMTS-Geschwindigkeit gratis offeriert, müssen für LTE 180 Euro aufbezahlt werden.

Aber wer einmal beim Geldausgeben ist, wird so schnell eh nicht wieder stoppen können, schließlich locken – neben der gesamten Bandbreite an Fahrerassistenzsystemen (2.865 Euro) – Schmankerl wie das Schließsystem mit NFC-Technik (120 Euro), dank dem der Autoschlüssel durch das Handy ersetzt werden kann, die Flächenheizung (940 Euro inklusive Sitzheizung), damit es auch auf der Mittelarmlehne mollig warm wird oder ein Beduftungsystem (400 Euro), das den Innenraum aromatisiert. Wer das alles für überflüssig hält, dem sei zumindest der größere Kraftstofftank ans Herz gelegt: Für 60 Euro lassen sich wenigstens 66 statt der spärlichen 50 Basis-Liter tanken.

Erstmal nur Vierzylinder

Erster Test Mercedes-Benz E-Klasse T-ModellZum Händler rollt das T-Modell im Oktober 2016 mit zunächst drei Motoren. Die beiden Zweiliter-Vierzylinder-Benziner leisten 184 (E 200, ab 48.665 Euro) und 211 PS (E 250, ab 50.735 Euro), dürften allerdings nur eine Nebenrolle spielen. Trotz Dieselgate stehen Selbstzünder noch immer hoch im Kurs und so dürften sich die meisten zuerst auf den E 220 d (ab 50.485 Euro) stürzen. Dieser ist mit seinen 194 PS, welche er aus zwei Litern Hubraum schöpft, keine Sportskanone. Aber er zieht dank 400 Newtonmetern Drehmoment bei 1.600 Touren dennoch kraftvoll durch –  zumindest wenn man die fast 700 Kilogramm Zuladung nicht gänzlich ausreizt. Das leer 1,8 Tonnen schwere T-Modell beschleunigt so in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 und wird 235 km/h schnell – damit ordnet sich der Diesel zwischen die beiden Benziner ein, glänzt dabei aber mit vorbildlichen 4,2 Liter Normverbrauch. Der Ende des Jahres nachgereichte Basis-Diesel E 200 d mit 150 PS braucht auch nicht weniger.

  • Technische Daten – Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

Länge: 4,93 Meter, Breite: 1,85 Meter (mit Außenspiegeln: 2,10 Meter), Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,94 Meter, Kofferraumvolumen: 640 Liter – 1820 Liter.

Mercedes E 200 T-Modell: 2,0-Liter-Vierzylinder, 9-Gang-Automatik, 135 kW/184 PS, maximales Drehmoment: 300 Nm bei 1.200 bis 4.000 U/min, 0-100 km/h: 8,1 s, Vmax: 231 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,2 Liter/100 Kilometer Benzin, CO2-Ausstoß: 138 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Preis: 48.895 Euro.

Mercedes E 250 T-Modell: 2,0-Liter-Vierzylinder, 9-Gang-Automatik, 155 kW/211 PS, maximales Drehmoment: 350 Nm bei 1.200 bis 4.000 U/min, 0-100 km/h: 7,2 s, Vmax: 243 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,2 Liter/100 Kilometer Benzin, CO2-Ausstoß: 138 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Preis: 50.753,50 Euro.

Mercedes E 400 4MATIC T-Modell: 3,5-Liter-V6-Motor, 9-Gang-Automatik, 245 kW/333 PS, maximales Drehmoment: 480 Nm bei 1.200 bis 4.000 U/min, 0-100 km/h: 7,2 s, Vmax: 250 (abgeregelt), Durchschnittsverbrauch: 7,9 Liter/100 Kilometer Benzin, CO2-Ausstoß: 180 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: noch nicht bekannt.

Mercedes E 43 AMG 4MATIC T-Modell: 3,0-Liter-V6-Biturbo-Motor, 9-Gang-Automatik, 295 kW/401 PS, maximales Drehmoment: 520 Nm bei 2.500 bis 5.000 U/min, 0-100 km/h: 4,7 s, Vmax: 250 (abgeregelt), Durchschnittsverbrauch: 8,4 Liter/100 Kilometer Super, CO2-Ausstoß: 192 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: D, Preis: noch nicht bekannt.

Mercedes E 200 d T-Modell: 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, 9-Gang-Automatik, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 360 Nm bei 1.600 bis 2.800 U/min, 0-100 km/h: 8,7 s, Vmax: 217 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,2 Liter/100 Kilometer Diesel, CO2-Ausstoß: 109 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A+, Preis: noch nicht bekannt.

Mercedes E 220 d T-Modell: 2,0-Liter-Vierzylinder, 9-Gang-Automatik, 143 kW/194 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.600 bis 2.800 U/min, 0-100 km/h: 7,7 s, Vmax: 235 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,2 Liter/100 Kilometer Diesel, CO2-Ausstoß: 109 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A+, Preis: 50.485,75 Euro.

Mercedes E 350 d T-Modell: 3,0-Liter-V6-Motor, 9-Gang-Automatik, 190 kW/258 PS, maximales Drehmoment: 620 Nm bei 1.600 bis 2.400 U/min, 0-100 km/h: 6,0 s, Vmax: 250 km/h (abgeregelt), Durchschnittsverbrauch: 5,4 Liter/100 Kilometer Diesel, CO2-Ausstoß: 140 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A, Preis: noch nicht bekannt.

Ebenfalls noch 2016 folgen die Sechszylinder-Modelle E 350 d (258 PS) sowie der E 400 mit 333 PS-Benziner und Allradantrieb. Letzterer dürfte bei den Otto-Liebhabern die erste Wahl sein. Zumindest solange sie nicht den von AMG frisierten E 43 in die Hände kriegen: Der gleiche 3,5-Liter-V6 leistet dann nochmal knapp 70 PS mehr und macht den Kombi zum Familiensportler, der kernig röhrend in 4,7 Sekunden auf Tempo 100 prescht. Später folgt dann noch das Top-Modell E 63 mit 612 PS starkem V8 und auf der anderen Seite ergänzt wahrscheinlich ein Plug-in-Hybrid das Angebot.  

Auf Wunsch mit Luftfederung

Erster Test Mercedes-Benz E-Klasse T-ModellWer meint, beim Fahren einen Unterschied zu der um einen Millimeter kürzeren Limousine festzustellen, muss schon ein absoluter Profi sein, und selbst dann macht sich der größere Laderaum wahrscheinlich nur im Grenzbereich auf der Nordschleife bemerkbar. Mit dem identischen Fast-drei-Meter-Radstand läuft auch das T-Modell geschmeidig geradeaus und lässt sich von den meisten Unebenheiten nicht aus der Ruhe bringen.

Erster Test Mercedes-Benz E-Klasse T-ModellDas Ansprechverhalten des Motors, die Schaltstrategie der serienmäßigen Neungang-Automatik und die Lenkcharakteristik können serienmäßig mit fünf Fahrprogrammen angepasst werden, optional gibt’s auch noch ein dreistufig einstellbares Fahrwerk (1.130 Euro) oder eine Luftfederung (1.785 Euro). Trimmt man alles Systeme auf Sport, geht der Benz knackig ums Eck, und spätestens beim E 43 macht sich die Investition in ein paar Verzurrgurte für die Ladung auf jeden Fall bezahlt. Das Performance-Modell lässt den Fahrer schnell vergessen, dass er in einer Familienkutsche sitzt und drängt ihn immer wieder runter von der langweiligen Autobahn und raus auf die kurvige Landstraße! Gut dass die meisten Handelsreisenden wohl zum kleinen Diesel greifen, sonst kämen sie wohl nie rechtzeitig beim Kunden an.

 
Fazit
hierErster Test Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell
Limousinen sind elegant, keine Frage. Aber für rund 3.000 Euro Aufpreis ist das T-Modell die eindeutig bessere Wahl! Das Platzangebot des Kombis ist einfach unschlagbar, und selbst wer häufig Fondgäste mitnimmt, profitiert: Dank der größeren Türen ist der Einstieg in die zweite Reihe beim T-Modell einfacher! Einbußen muss man dagegen kaum in Kauf nehmen: Der Lademeister fährt sich genauso geschmeidig wie die Limousine, und auch die manchmal höheren Innenraumgeräusche bei Kombis haben die Ingenieure erfolgreich verbannt. Einzig der etwas höhere Verbrauch könnte als Minuspunkt gewertet werden, allerdings dürften die auf dem Papier rund 0,3 Liter in der Praxis nicht sonderlich ins Gewicht fallen.
 
 

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