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Galerie: Erster Test Mercedes AMG GLC 63

Erster Test: Mercedes AMG GLC 63

Harter Hochbeiner

10.11.2017

Wenn AMG die Finger im Spiel hat, wird nicht nur die Außenhülle der Standard-Mercedes-Benz-Modelle angefasst, sondern auch innen und unter Motorhaube noch mal ordentlich nachgelegt. Die große Paradedisziplin der Affalterbacher ist es, eine möglichst große Spreizung zwischen alltäglicher Gemütlichkeit und harter Sportlichkeit in einem Fahrzeug zu vereinen. Das klappt in der Regel immer problemlos – jedoch nicht in der jüngsten und ab sofort bestellbaren Neuheit: dem Mercedes AMG GLC 63.

Ein halbes Jahr mussten AMG-Kunden seit der Premiere auf der New York Autoshow warten, bis der flotte Hochbeiner GLC 63 – als normales SUV und als Coupé – zum Händler rollte. Nun aber ist er da, und mit ihm auch gleich der erste Dämpfer: Wenn man nicht bereit ist, mindestens 82.705 Euro auf den Tresen zu blättern, bleibt der Benz auch im Schauraum stehen. Deutlich weniger gedämpft ist hingegen das Fahrwerk: Wie eingangs erwähnt, versteht AMG es eigentlich, den Spagat zwischen Langstreckengleiter und kräftigem Sportler in einem Fahrzeug hinzulegen. Eigentlich!

Hier wird man hart rangenommen

Galerie: Erster Test Mercedes AMG GLC 63Die Fahrwerkabstimmung im AMG GLC 63 fällt allerdings ungewöhnlich hart aus. Wer denkt, er könne mit dem flotten SUV gemütlich dahingleiten irrt. Trotz der serienmäßigen Luftfederung kann er Unebenheiten im Asphalt selbst im Comfort-Modus nicht von der Hand weisen, und leichte Schläge gegen die Bandscheiben müssen hingenommen werden. Aber nicht nur Federn und Dämpfer sind auf Krawall getrimmt: Verglichen mit den herkömmlichen Geschwistern sind auch Lenkung und Gasannahme schon im Normalmodus deutlich schärfer, und alles lässt sich noch mal deutlich verschärfen.

Galerie: Erster Test Mercedes AMG GLC 63Noch mehr Würze versprechen die Fahrmodi Sport, Sport+ und (beim S-Modell) der Race-Modus. Mit jeder Programm-Steigerung wird der GLC noch straffer, hängt noch direkter am Gas und brüllt immer mehr wie ein Löwe, als wolle er sagen: Platz da, hier komme ich. Damit man ihn auch wirklich aus der Ferne schon vernehmen kann, hat AMG eine Performance-Abgasanlage verbaut, die zwei zusätzliche Klappen im Auspuff öffnet – aktiviert wird der Fuel-to-Sound-Converter durch auswählen der Sportmodi oder durch einen kleinen Tastendruck.

Bekanntes Herzstück

Galerie: Erster Test Mercedes AMG GLC 63Wie in ihrem Flaggschiff, dem GT, setzten die Schwaben auch im GLC 63 auf den Vierliter-Achtzylinder-Doppelturbo, der im Standart-63er 476 PS, im S-Modell sogar 510 PS entwickelt. 650 respektive 700 Newtonmeter Drehmoment sorgen für sprichwörtlich atemberaubende Durchzugskraft: Der Mercedes AMG GLC 63 schnellt in vier Sekunden auf Tempo 100, und wer die 8.000 Euro mehr für die S-Version ausgeben hat, knackt die Hundertermarke sogar noch zwei Zehntel schneller.

  • Technische Daten - Mercedes AMFG GLC 63 (Coupé)

Länge: 4,68 (4,74) Meter, Breite: 2,10 Meter, Höhe: 1,62 (1,58) Meter, Radstand: 2,87 Meter, Kofferraumvolumen: 580 - 1.600 (500–1.400) Liter

GLC 63

4,0-Liter-Achtzylinder-Biturbo, 9-Gang-Automatik, 350 kW/476PS, maximales Drehmoment: 650 Nm bei 1.750 - 4.500 U/min, 0-100 km/h: 4,0 s, Vmax: 250/280 km/h, Durchschnittsverbrauch: 10,7 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 244 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: E, Preis: 82.705 (86.335) Euro

GLC 63 S

4,0-Liter-Achtzylinder-Biturbo, 9-Gang-Automatik, 375 kW/510PS, maximales Drehmoment:700Nm bei 1.750–4.500 U/min, 0-100 km/h: 3,8 s, Vmax: 250/280 km/h, Durchschnittsverbrauch: 10,7 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 244 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: F, Preis: 90.976 (94.605) Euro

Munter krabbelt die Tachonadel immer weiter, bis bei 250 km/h Schuss ist. Dass beide Modelle deutlich schneller könnten versteht sich von alleine, doch hier greift die Elektronik ein. Gegen Aufpreis kann man aber noch mal 30 km/h hinzubuchen. Spätestens sollte man auch einen Vertrag mit der örtlichen Tankstelle schließen: Mit 10,7 Liter Sprit auf 100 Kilometer sind die Beiden angegeben, doch dass das bei artgerechter Gangart nur schwer zu realisieren ist, ist kein Wunder. Aber: Das dürfte AMG-Käufer sicherlich nicht abschrecken und es macht einfach viel zu viel Spaß, immer und immer wieder den Fuß nach unten schnellen und sich in die engen Sportsitze drücken zu lassen.

Sicherheit und Erscheinungsbild

Galerie: Erster Test Mercedes AMG GLC 63Bei all dem Fahrspaß steht natürlich auch bei AMG die Sicherheit an erster Stelle, und die ist im GLC 63, wie es sich für ein SUV gehört, unter anderem in Form des Allradantriebs an Bord. Der sorgt dafür, dass der Benz selbst auf rutschiger Straße erstaunlich viel Haftung hat. Doch Achtung: Mit rund 500 PS unter der Haube übertreibt man es schnell – und kann von Glück sprechen, wenn der GLC dann nur mit dem Heck wackelt.

Galerie: Erster Test Mercedes AMG GLC 63Der Allradantrieb ist serienmäßig an Bord, doch trotz des hohen Einstiegspreises hält auch die AMG-Aufpreisliste noch einige Schmankerl bereit. Für den perfekten Griff ein Nappa-Leder-Lenkrad oder viele Carbon-Teile für den Innenraum, hier kann man sich ganz nach belieben austoben. Geld sollte schließlich bei so einer Anschaffung ohnehin nicht die Hauptrolle spielen. Immerhin: Damit der AMG GLC 63 auf jeden Fall als solcher zu erkennen ist, haben die Affalterbacher ihm größere Lufteinlässe in der Frontschürze, breite Kotflügel und den wunderschönen Panamericana-Kühlergrill spendiert – gratis!

 
Fazit
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Der neue Mercedes AMG GLC 63 macht Spaß ohne Ende. Doch für den tagtäglichen Weg zur Arbeit dürfte er für viele Kunden schlichtweg zu straff ausgelegt sein. Wer hingegen Wert auf High-end-Performance legt und regelmäßig sportlich unterwegs sein möchte – sei es auf schönen Serpentin-Strecken, der Autobahn oder auf der Rennstrecke – wird auf keinen Fall enttäuscht. Zudem ist das SUV mit dem aus dem GT bekannten Panamericana-Kühlergrill ein richtiger Hingucker, der schon von außen vor Kraft strotzt. Und wer auf ein sattes, neckisches Brummeln aus den Endrohren steht, kommt beim 63er GLC ebenfalls auf seine Kosten.
 
 

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