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Erster Test: Mercedes AMG E63 S

Erster Test: Mercedes AMG E63 S

Das Tüpfelchen auf dem E

02.12.2016

Keine Frage: Die stärkste E-Klasse im Normal-Portfolio, der E 400 mit 333 PS, macht schon ordentlich Laune und animiert zum Gasgeben. Doch manchmal reicht ein bisschen Spaß eben nicht aus. Dann schlägt die Stunde der Affalterbacher Kraft-Schmiede AMG, die frei nach der Devise „mehr ist mehr“ immer noch einen obendrauf setzt. Wie jetzt der Mercedes-AMG E 63 S 4MATIC mit satten 612 PS – die bislang stärkste E-Klasse überhaupt.

Erster Test Mercedes AMG E63 SGalerie

Damit die Achtzylinder-Power äußerlich sichtbar wird haben die AMGler die Falten ein wenig tiefer in die Motorhaube getrieben und die Frontschürze markanter gestaltet. Vor allem die Lufteinlässe wurden vergrößert, damit der Motor auch bei stark nachgefragter Leistung ausreichend gekühlt wird. An den Seiten prangen „V8 Biturbo 4Matic“-Schriftzüge und hinten sorgen eine kleine Spoilerlippe und vier markante Auspuffrohre für ein deutlich sportlicheres Auftreten. Unterstrichen wird alles noch von matt-schwarzen AMG-20-Zoll-Schmiederädern.

Cooler Innenraum und heißer Antrieb

Erster Test Mercedes AMG E63 SAuch des Innenraums haben sich die Haus-Tuner angenommen. Zwar könnte das Cockpit der neuen E-Klasse fast nicht schöner sein, doch wer die AMG-Version entert, wird doch noch von ein paar besonderen Akzenten überrascht: Das griffige Sportlenkrad mit markanter „12-Uhr-Markierung“ und Carbon-Zierelemente sorgen für das gewisse Extra  und die schwarzen Nappaleder-Sportsitze mit gelben Ziernähten stellen den perfekten Halt beim flotten Durcheilen scharfer Kurven sicher.

Erster Test Mercedes AMG E63 SDamit der Benz so schnell ums Eck kommt, haben die Affalterbacher der E-Klasse einen 4,0-Liter-V8-Biturbo implantiert, der im E 63 S mehr als genügende 612 PS vermelden kann – ohne S begnügt er sich mit „nur“ 571 PS. 850 Newtonmeter Drehmoment liegen im Stark-Modell zwischen 2.500 und 4.500 Touren an und garantieren mehr als nur guten Durchzug. Die Hundertermarke fällt nach nur 3,4 Sekunden: Fahrer und Beifahrer werden mit enormer Wucht in die Sitze gedrückt und nähme auf der Rückbank ein Dackel Platz, müsste man ihn nach der Sprint-Arie aus den Polsterritzen ziehen. Das Ende der Fahnenstange liegt – auf Wunsch – bei 300 Sachen; ab Werk ist auch der AMG bei Tempo 250 abgeregelt.

Ohrenschmaus und Drift-Spaß

Zum Leben erwacht das Triebwerk mit einem satten und tiefen Grummeln aus den Endrohren – unüberhörbar und unbeschreiblich schön. Der Sound geht einher mit Vibrationen, die sich sogar auf die Passagiere im Inneren übertragen und den ganzen Körper durchfluten. Senkt sich der rechte Fuß, prescht der E 63 S los und der Klang verwandelt sich in ein Dauerbrummeln, das die Fahrt begleitet.

Erster Test Mercedes AMG E63 S*So martialisch der AMG klingen kann, so manierlich zeigt sich das luftgefederte Fahrwerk. Klar, der Unterbau ist unüberspürbar straff ausgelegt, aber hervorragend abgestimmt und keinesfalls rüpelhaft hart. Bodenunebenheiten werden sogar im Sport-Modus noch gut weggeschluckt. Apropos Sport-Modus: Wie üblich, gibt es für jede Situation ein Fahrprogramm, dass unter anderem Gaspedal, das knackige 9-Gang-Automatikgetriebe und die variabel übersetzte Lenkung entsprechend justiert – für den Alltagsbetrieb genauso wie für Ausflüge auf die Rennstrecke. Die Spreizung ist AMG-typisch deutlich spürbar. Die Power-E-Klasse kann entspannt-gemütlich durch die Stadt gefahren oder unnachlässig über den Rundkurs gescheucht werden.

Erster Test Mercedes AMG E63 SDie äußerst direkte Lenkung gibt dem Fahrer perfekte Rückmeldung von der Straße und macht die Kurvenjagd zum Kinderspiel. Außerdem setzt der Allradantrieb sein Übriges daran, den Benz auf Kurs zu halten. Erstmals bietet AMG den E 63 – egal ob mit oder ohne S – nur noch als 4Matic-Modell an. Doch ehe die Sportwagen-Puristen jetzt aufschreien: Trotz des Allrad-Sicherheits-Features haben die Affalterbacher nicht den Fun-Faktor außer Acht gelassen! Für das S-Modell haben sie einen Driftmodus entwickelt, der dem variablen Allradantrieb eine Pause gönnt und die ganze Kraft ans Heck schickt, dass sich so durchaus zum Tänzeln animieren lässt.  

Durst-Faktor

Erster Test Mercedes AMG E63 SMan braucht kein Hellseher sein um zu wissen, dass man hier nicht viel auf den Normverbrauch geben braucht: Mit 8,8 Liter Super Plus soll sich der AMG E 63 S auf 100 Kilometer begnügen. Sicherlich, die Zylinderabschaltung, die wann immer möglich vier von acht Pötten stilllegt, trägt zum Spritsparen bei. Aber der Durchschnittsverbrauch lässt sich nur schwerlich – und vor allem spaßfrei – realisieren.

Erster Test Mercedes AMG E63 SBei artgerechtem Handling steigt der Konsum genau so schnell in den mittleren zweistelligen Zahlenbereich, wie der Benz auf 100 sprintet. Aber, wer sich einen Mercedes AMG E 63 S 4MATIC leisten kann, den dürfte den höheren Verbrauch nicht weiter schockieren: Die schnellste E-Klasse steht ab Frühjahr 2017 beim Händler, und zwar für schätzungsweise 120.000 Euro – den genauen Preis haben die Stuttgarter noch nicht verraten.

 
Fazit
hierErster Test Mercedes AMG E63 S
Ja, die E-Klasse ist zurzeit ein absolutes Highlight der Automobilindustrie. Infotainment und autonomes Fahren sind nur zwei Punkte, in denen der Benz den anderen davon fährt. Dem Ganzen setzt AMG jetzt noch das I-Tüpfelchen auf: Der Mercedes AMG E 63 S 4MATIC ist Fun-Car und alltagstauglich zugleich – die perfekte Mischung. Zwar sind die Preise noch nicht kommuniziert, aber mindestens 120.000 Euro sind kein Pappenstiel und auch der Unterhalt verlangt ein großzügiges Portemonnaie. Wem das doch zu viel ist, der muss wohl oder übel auf den maximalen Spaßfaktor verzichten und einen der „zivilen“ Motoren für deutlich weniger Geld ordern – die zurzeit technisch raffinierteste Limousine fährt man dann trotzdem.
 
 

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