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Erster Test: Mercedes-AMG C 63

Erster Test: Mercedes-AMG C 63

Noch mehr Dynamik

27.07.2018

Achtzylinder zählen zweifellos zu einer langsam aussterbenden Antriebsart. Doch allen Diskussionen um Verbrauch und CO2-Ausstoß zum Trotz: Beim Mercedes-AMG C63 zählt ein solches Triebwerk weiterhin zum festen Bestandteil. Ebenso wie der Heckantrieb. Im Oktober kommt die umfangreich überarbeitete Sportlimousine in den Handel. Zu den Preisen hat sich Mercedes noch nicht geäußert. Vor der Modellpflege standen der C 63 als Limousine mit 76.398 Euro, der C63 S mit 84.669 Euro in der Liste.

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Die Entwickler haben für das Facelift ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt, um die Längs- und Querdynamik noch einmal zu verbessern. Das ist eindeutig gelungen, so das Fazit nach ersten Kilometern auf der Rennstrecke. Hier zeigt sich vor allem die Stärke der neuen Traktionskontrolle, die aus dem Motorsport übernommen wurde. Über einen Drehregler am Lenkrad kann der Fahrer den Schlupf an der Hinterachse in neun Stufen vorwählen. Dazu muss das ESP ausgeschaltet sein - schnell geschehen mit dem Tastschalter auf der Mittelkonsole.

Exakte Dosierung

Erster Test Mercedes-AMG C 63Auf der anderen Seite aber haben die Techniker die Eingriffsqualität des ESP nochmals verfeinert. Im Rahmen der frei wählbaren Fahrprogramme – Comfort, Sport, Sport +, Individual und Race – wurde „Dynamics“ als neues Feature für den C63 AMG integriert. Das System berechnet im Vorfeld, wie sich der Wagen verhalten wird. Sensoren ermitteln Tempo, Lenkwinkel, Reibwerte und Gierrate. „Aus diesen Daten und der Aktion des Fahrers kann das Verhalten des Autos vorhergesehen und die Kraftverteilung an die Hinterachse in Sekundenbruchteilen exakt dosiert vorgenommen werden“, erklärt Roland Kreutzer vom AMG-Produktmanagement. Von diesen Eingriffen spürt der Fahrer nichts. Auszuwählen ist allerdings, wie das System eingreift. „Basic“ ist da die eher sicherheitsorientierte Variante, bei „Master“ geht es mit höchster Agilität um die Ecken. Da werden die Hände schön ein wenig feucht, wenn es gilt, auf dem anspruchsvollen Kurs auf dem Bilster Berg den Anschluss an den Werksfahrer zu halten, der das Tempo vorgibt.

Dass die Geschwindigkeit richtig hoch sein kann, dafür steht das jetzt mit einem Partikelfilter ausgerüstete V8-Biturbotriebwerk mit vier Litern Hubraum und 350 kW/476 PS (in den S-Versionen 375 kW/510 PS). Je nach Karosserievariante – Limousine, T-Modell, Coupé und Cabrio stehen zur Verfügung – sprintet der C63 in vier, das S-Modell in 3,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Bei 250 Kilometern pro Stunde wird elektronisch abgeregelt. Die S-Versionen sind ein wenig schneller. Limousine und Coupé schaffen 290, T-Modell und Cabrio 280. Der Achtzylinder hängt jederzeit klasse am Gas und zieht aus so gut wie jedem Tempobereich nochmals unglaublich kraftvoll durch. Untermalt wird das mit dem V8-typischen Brüllen und Fauchen, wenn der Gasfuß ambitioniert eingesetzt wird.

Erster Test Mercedes-AMG C 63Die Übertragung der Leistung übernimmt die im C63 erstmals eingesetzte Neungang-Automatik AMG Speedshift MCT 9G. Die Spreizung der Fahrstufen ist harmonisch auf das Triebwerk abgestimmt, die Reaktionszeiten des Getriebes sind enorm kurz. Für einen besonders harten Anritt sorgen die Mehrfachrückschaltungen. Per Kick-down lässt sich beispielsweise vom siebten in den vierten oder vom fünften in den zweiten Gang wechseln. In den Fahrprogrammen S und S+ ist eine automatische Zwischengasfunktion programmiert. Die schürt die Emotionen, ohne dabei aufdringlich oder gar prollig zu wirken.

Viel Platz

Erster Test Mercedes-AMG C 63Trotz der auf bestmögliche Performance ausgelegten Abstimmung von Motor, Getriebe und Fahrwerk ist der Mercedes-AMG C63 ein alltagstaugliches Fahrzeug. Im sportlich-edel ausgestatteten Innenraum – Zierelemente in Klavierlack und Aluapplikationen - gibt es bei Limousine und T-Modell viel Platz auch auf der Rückbank. Das Cockpit mit einem Siebenzoll-Display ist generell auf den Fahrer ausgerichtet. Optional ist ein volldigitales Kombiinstrument mit einer Bildschirmdiagonale von 12,3 Zoll.

Schon die Seriensitze mit schwarzen Bezügen in Ledernachbildung geben guten Halt. Noch besser ist der im auf Wunsch erhältlichen Performance-Gestühl mit ausgeprägteren Seitenwangen und integrierten Kopfstützen.

Erster Test Mercedes-AMG C 63Nicht nur auf den ersten Blick, sondern auch auf den ersten Kilometern gewöhnungsbedürftig indessen ist das unten abgeflachte Multifunktionslenkrad, das sich diese Bezeichnung aufgrund der vielen unterschiedlichen Bedienelemente mehr als verdient hat. Hier muss gedrückt, geschaltet, gewischt und gedreht werden, um die jeweiligen Bereiche zu erreichen. Es dauert eine gewisse Zeit, damit sich dem Fahrer das System erschließt.

Optisch ist die Neuauflage des Mercedes-AMG C63 vor allem am veränderten Gesicht zu erkennen. In der Kühlerverkleidung liegen jetzt vertikale Lamellen in Hochglanzchrom statt Querrippen. Am Heck wurden die Doppelendrohrblenden in Hochglanzchrom überarbeitet. Zudem gibt es einen neu gestalteten Diffusor. (sp-x/ws/jms)

 

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