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Erster Test: Hyundai Kona Elektro

Erster Test: Hyundai Kona Elektro

Hyundai gibt Strom

03.08.2018

Langsam aber sicher mausert sich Hyundai zur Elektro-Marke: Wegbereiter war der Ioniq, der sowohl als Hybrid, Plug-in-Hybrid und als reines E-Auto erhältlich, dieses Jahr werden das Wasserstoff-Mobil Nexo und der elektrische Kona nachgereicht. Letzterer will mit seinem SUV-Charme punkten und ist gleich mit zwei verschiedenen E-Antrieben zu haben.

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„Darf’s ein bisschen mehr sein“ wird zukünftig nicht nur durch die Metzgereien hallen, sondern auch durch den Hyundai-Schauraum. Denn wer sich für den 4,18 Meter langen Kona Elektro interessiert, der sich vor allem durch den geschlossenen Kühlergrill und die leicht veränderten Schürzen von seinen konventionellen Geschwistern unterscheidet, hat die Wahl: Greift er zum Standardmodell mit 39,2 kWh großem Akku und 100 kW/136 PS, oder doch lieber zur Maxi-Version, die nicht nur mit mehr Power (150 kW/204 PS), sondern vor allem mit 64 kWh Strom im Bauch um die Gunst der Kundschaft buhlt. Mit dem größeren Akku steigt der Preis von 34.600 auf 39.000 Euro, und die Reichweite von 312 auf 482 Kilometer – nach der neuen WLTP-Messung.  

Erster Test Hyundai Kona ElektroAuch wenn der WLTP-Wert deutlich näher an der Realität als die bisher latent märchenhaften NEFZ-Angaben, schafft der Long-Range-Kona im Alltag wohl an die 400 Kilometer. Damit kommt man bei Wochenendausflug auch mal ein Stück weiter, als bis zum nächsten Baggersee – ohne im Nirgendwo nach einer Steckdose suchen zu müssen. Wer allerdings von vornherein weiß, dass der E-Kona ein reiner City-Flitzer wird, kann sich den Aufpreis getrost sparen und lieber das ein oder andere mal häufiger die Ladesäule ansteuern. Denn: Mehr als realistische 250 Kilometer legt in der Stadt wohl niemand an einem Tag zurück. Es sei denn, man spekuliert auf die Premium-Ausstattung mit Head-up-Display, belüfteten Ledersitzen, Stauassistent, Querverkehrwarner und Verkehrszeichenerkennung – die ist nämlich für den großen Kona reserviert, kostet allerdings auch happige 45.600 Euro.

Langes Laden

Erster Test Hyundai Kona ElektroWer will – und eine entsprechende Ladestation findet – kann beide Kona mit bis zu 100 kW laden, dann soll der große Akku in nur einer Stunde zu 80 Prozent gefüllt sein. An der Standard-Wallbox dauert’s neuneinhalb Stunden, der Kleine ist in sechs Stunden voll. Doch wehe dem, der beim Oma-Besuch an der Haushaltssteckdose laden muss. Der XL-Kona braucht an der Standard-Leitung weit über einen Tag, bis er wieder randvoll mit Strom ist.

Erster Test Hyundai Kona ElektroDie Energie selbst lagert wie erwähnt im Unterboden, um Platz für die Akkus zu schaffen musste allerdings die Rückbank ein bisschen angehoben werden, was im Umkehrschluss weniger Kopffreiheit bedeutet. Auch der Kofferraum musste Federn lassen, er schluckt jetzt noch 332 Liter, in den Verbrenner-Kona gehen 361 Liter rein. Nach wie vor kann die Rückbank allerdings umgeklappt werden, dann nimmt es auch das E-Modell mit ordentlichen 1.114 Litern auf.

Starker Antritt

Erster Test Hyundai Kona ElektroApropos aufnehmen: Wie alle E-Autos, nimmt auch der Kona ziemlich flott Fahrt auf und dürfte keine Probleme haben, den Ampelstart für sich zu entscheiden. In Sachen Antritt liegen beide Modelle ziemlich gleich auf, schließlich ist das Drehmoment hier wie da gleich und mit 395 Newtonmeter alles andere als mickrig. Die höhere Leistung befähigt den 150-kW-Kona allerdings, in nur 7,6 Sekunden die 100er-Marke zu reißen; der 50 kW schwächere Basisversion geht eher die Luft aus, sie braucht für den Standardsprint 9,7 Sekunden.

Erster Test Hyundai Kona ElektroAuch bei der Vmax hat der Starke erwartungsgemäß die Nase vorn und läuft bis zu 167 km/h; der 100-kW-Motor beschleunigt den Koreaner maximal auf 155 Sachen. Das mit dem Stromer allerdings häufig Vollgas gefahren wird, ist unwahrscheinlich, schließlich treiben Geschwindigkeiten jenseits des Landstraßentempos den Verbrauch immens in die Höhe und die angegebenen 13,9 beziehungsweise 14,3 kWh pro 100 Kilometer rücken in weite Ferne – da nehmen sich E-Autos und Verbrenner nicht viel.

Ein Pedal reicht

Erster Test Hyundai Kona ElektroTypisch E-Auto ist dagegen der One-Pedal-Modus: Wer über die umfunktionierten Schaltwippen am Lenkrad – Schalten muss der Kona nicht, er hat schließlich nur ein 1-stufiges Reduktionsgetriebe – die Energierückgewinnung auf die stärkste Stufe stellt, braucht das Bremspedal im Alltag nur sehr selten. Der Hyundai verzögert allein durch die  Rekuperation so stark, dass man mit etwas Gefühl im Gas-Fuß problemlos durch die Stadt stromern kann, und die mechanischen Stopper wirklich nur noch im Ernstfall braucht. Diese Fahrweise hat gleich zwei Vorteile: Sie speist maximal viel Energie wieder in die Akkus ein – und sie macht Spaß.

Erster Test Hyundai Kona ElektroZum Spaßhaben sind die meisten Stromer ohnehin gut geeignet, das gilt auch für den Kona. Freilich drückt sich die Freude am Fahren hier nicht durch wohliges Motorengrummeln aus; das Surren des E-Antriebs dürfte nur Technik-Nerds einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Dafür sorgt der tiefe Schwerpunkt für eine erstklassige Straßenlage, und selbst ein verhältnismäßig hochbauendes SUV wie der Kona pfeilt ohne mit der Wimper zu zucken um die Kurve.

 
Fazit
hierErster Test Hyundai Kona Elektro
Wer sich für einen Hyundai Kona interessiert, wird wahrscheinlich weiterhin zum Verbrenner greifen, wer aber auf der Suche nach einem E-Auto ist, findet in dem koreanischen Hochbeiner eine coole Alternative zu den üblichen Verdächtigen wie Renault Zoe, VW E-Golf oder Kia Soul EV. Der Kona Elektro sieht gut aus, fährt sich tadellos und eignet sich dank der beiden zur Wahl stehenden Antriebsoptionen sowohl als Elektro-Zweitagen aber auch als veritables Erst-Auto. Allerdings muss man für das große Modell derzeit auch noch ziemlich tief in die Tasche greifen.
 
 

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