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Galerie: Erster Test Chevrolet Orlando

Erster Test: Chevrolet Orlando

Family Guy

13.12.2010

2011 wird für Chevrolet ein spannendes Jahr. Neben Camaro und Corvette kommt auch das langstreckentaugliche E-Mobil Volt nach Deutschland – alle drei sind sensationelle Kracher. Darüber hinaus dürften aber auch einige bezahlbare Vernunft-Autos wie der neue Orlando Neugierige in die Showrooms locken. Denn der im März 2011 startende Siebensitzer bietet neben einer gefälligen Optik viel Auto zum besonders günstigen Preis. Ein Familienmobil, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient.

Bereits optisch vermag der Orlando angenehm überraschen, hebt er sich doch vom klassischen Van-Look etwas ab. Ausgestellte Radhäuser, eine bullige Front und der angedeutete Unterfahrschutz vorne und hinten verleihen dem kraftvoll dastehenden, etwas quaderhaften 4,65-Meter-Ami eine SUV-artige Abenteuer-Aura. Einen Allradantrieb gibt es allerdings nicht. Und schicke Technik-Akzente wie Xenon-Scheinwerfer oder LED-Tagfahrlicht sind ebenfalls nicht bestellbar.

In der Topausstattung LTZ empfängt uns der Orlando mit gastlichem Ambiente. Neben dem abwechslungsreichen Materialmix und schicken Oberflächen gefällt das Cockpit mit einer aufgeräumten, bedienungsfreundlichen und modernen Gestaltung. Den ganz feinen Premium-Schliff mit edelgenarbten Softoberflächen bietet die Hartplastik-Landschaft des Orlando zwar nicht, doch wohlfühlen kann man sich in dem geräumigen Auto auf angenehm straffen Sitzen dennoch. Und dann beglückt noch eine pfiffige Besonderheit den Entdeckergeist: Die Bedieneinheit der Audioanlage im oberen Bereich der Mittelkonsole lässt sich hochklappen. Dahinter kommt dann ein geheimes Staufach samt USB-Anschluss für den MP3-Player zum Vorschein.

Viel Platz flexibel nutzbar

Galerie: Erster Test Chevrolet OrlandoDoch das größte Pfund des Orlando ist sein üppiges und flexibel nutzbares Platzangebot. Auf allen drei Reihen kann man als Erwachsener sitzen. Selbst auf den beiden einfach aus dem Kofferraumboden herausklappbaren Stühlen der dritten Reihe ist es bequemer als auf den in diesem Segment meist üblichen Kindernotsitzen. Personen bis etwa 1,80 Meter Körpergröße sollten es ganz hinten schon ein Weilchen aushalten können.

Allerdings ist das Gestühl der hinteren beiden Reihen nicht herausnehmbar. Dafür kann man es mit wenigen Handgriffen einfach umklappen und so den Orlando zum Transporter mit fast 1,5 Kubikmeter großen Gepäckabteil umbauen. Für einen Studentenumzug sollte das reichen. Bis auf Verzurrösen und einem größeren Zusatzstaufach unterm Kofferraumboden bietet der Orlando allerdings keine cleveren Gepäck-Arretier-Lösungen, um dem Chaos Einhalt zu gebieten. Und Zahlenfetischisten könnten beim Vergleich mit dem über 1.900 Liter fassenden VW Touran enttäuscht sein. Diese beeindruckende Zahl erreicht der Wolfsburger allerdings nur, wenn man seine Fondbestuhlung komplett ausbaut.

Bereits kräftiger Basismotor

Galerie: Erster Test Chevrolet OrlandoFür den Orlando ist die Wahl der Motoren überschaubar. Neben dem 141 PS starken Benziner 1.8 gibt es noch einen Zwei-Liter-Diesel in den Leistungsstufen 131 und 163 PS. Bereits der Ottomotor bietet einen angenehm kraftvollen Vortrieb und zeichnet sich zudem durch hohe Laufruhe aus, die lediglich bei höherer Leistungsabfrage von einer leicht sportiven Akustiknote begleitet wird. Ein Durchzugswunder ist der nach Euro 5 zertifizierte Motor allerdings nicht. Der Standardsprint dauert fast zwölf Sekunden, die Endgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Ein VW Touran mit 140 PS starkem TSI-Motor ist da deutlich flotter. Obwohl der Orlando gut 1,6 Tonnen wiegt und nicht sonderlich windschlüpfig daherkommt, soll er sich mit 7,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer begnügen.

Mit glatt sechs Litern Normverbrauch ist der stärkere Diesel etwas genügsamer. Akustisch bleibt der Selbstzünder ebenfalls angenehm unaufällig, sorgt dafür aber mit seinem bulligen Drehmoment von 360 Newtonmetern bei 2.000 U/min für deftigen Schub, wobei die vorderen Antriebsräder bei Leistungsabfrage nicht ungebührlich stark an der Lenkung zerren. Glatt zehn Sekunden dauert der Sprint, 195 km/h sollen maximal drin sein. Im Zusammenspiel mit dem leichtgängigen Sechs-Gang-Schaltgetriebe fühlt man sich also pudelwohl und keineswegs untermotorisiert. Erst auf der Autobahn könnte der Motor beim Beschleunigen oben rum noch etwas mehr Temperament an den Tag legen.

Solides Fahrwerk

Galerie: Erster Test Chevrolet OrlandoAuch das Fahrwerk leistet sich keine ernsten Schwächen. Die gelungene Abstimmung passt insgesamt gut zum soliden Gesamteindruck, den der Orlando vermittelt. Der Unterbau ist weder betont dynamisch noch schwammig. Auch bei höherer Geschwindigkeit kann man einen erstaunlich sauberen Kurvenstrich ziehen, sportliche Leichtfüßigkeit sollte man allerdings nicht erwarten. Gelegentlich zeigt das weitgehend komfortable Fahrwerk bei gröberen Unebenheiten etwas Verdauungsprobleme, was sich durch dezentes Poltern an der Hinterachse bemerkbar machen kann. Leicht erhöhte Abrollgeräusche und ein großer Wendekreis gehören zu den weiteren kleinen Kritikpunkten am Fahrwerk.

Zum Kampfpreis

Galerie: Erster Test Chevrolet OrlandoDer große Wendekreis und die etwas unübersichtliche Karosserie machen Parkpiepser zum Muss, die allerdings für die 19.000 Euro günstige Basis LS nicht erhältlich sind. Neben dem 141 PS starken Benziner verfügt diese noch über eine gute Sicherheitsausstattung mit sechs Airbags, ABS und ESP. Hinzu kommen ein CD-Radio, elektrische Fensterheber vorne sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Ein beeindruckender Kampfpreis.

Doch etwas mehr Extras sollten es schon sein. Hier gibt es noch die Ausstattungspakete LT (plus 1.500 Euro), LT+ (plus 2.400 Euro) sowie LTZ (plus 3.900 Euro). Als Diesel ist der Orlando erst ab der LT-Version ausschließlich mit 131 PS ab 22.400 Euro verfügbar. Den stärkeren Diesel gibt es nur mit den Ausstattungen LT+ und LTZ. Wer für die 24.800 Euro teure Topversion zusätzlich noch die Sechs-Gang-Automatik (1.400 Euro) und das Exclusive-Paket Plus (18-Zoll-Alus, Ledersitze, Glas-Schiebedach) ordert, muss für den dann vollausgestatteten Orlando knapp über 28.000 Euro hinblättern. Ein etwa gleich ausgestatteter VW Touran mit 170 PS starkem Diesel und DSG würde mit ähnlicher  Ausstattung über 40.000 Euro kosten. Ein Ford S-Max mit 163 PS starkem Diesel und Powershift-Getriebe kostet mit vergleichbar vielen Extras sogar über 43.000 Euro.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Chevrolet Orlando   Chevrolet Orlando
    1.8 LS   2.0 LTZ
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.796 / R4   1.998 / R4
Leistung (kW / PS)   104 /141   110 /163
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   176 / 6.200   360 / 2.000
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles Sechs-Gang-Getriebe   manuelles Sechs-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.652 / 1.832 / 1.633   4.652 / 1.832 / 1.633
Radstand (mm)   2.760   2.760
Wendekreis (m)   11,3   11,3
Leergewicht (kg)   1.522   1.655
Kofferraum (Liter)   89 - 454 - 1.487   89 - 454 - 1.487
Bereifung Testwagen   7Jx17/225/50R17   8Jx18/235/45R18
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7,3   6
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   172 / Euro 5   159 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k .A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,6   10
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   185   195
Preise        
ab (Euro)   18.990,00   24.790,00
Empfohlene Extras   Klimaanlage für 800 Euro. Einziges weiteres für diese Version bestellbare Extra ist übrigens eine Metallic-Lackierung.   Mit der Sechs-Stufen-Automatik für 1.400 Euro wird der Orlando zum Komfort-Cruiser.
 
Weitere Daten
Weitere Daten
 

Fazit

Bis zu sieben Leute und/oder viel Gepäck – der variable und geräumige Orlando ist für viele unterschiedliche Transportaufgaben gut gerüstet. Darüber hinaus macht der in Korea gebaute Ami in allen klassischen Verkehrs- und Lebenssituationen dank kraftvoller Motoren, einer guten Ausstattung und dem gelungenen Fahrwerk eine überaus respektable Figur. Wer allerdings besonderen Wert auf Edelambiente, Cleverlösungen und Fahrdynamik legt, könnte bei den Kompaktvans der deutschen Mitbewerber glücklicher werden. Allerdings verlangen VW und Ford für vergleichbare Modelle einen gewaltigen Mehrpreis. Viele Familien dürften sich diesen kaum leisten wollen.

 

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