Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test BMW X5 III

Erster Test: BMW X5 III

Der Alte. Nur besser.

30.08.2013

Lange galt bei BMW das Motto: Wo X draufsteht, ist Allrad drin. Doch nach 14 Jahren bricht sogar das Vierrad-Urgestein X5 in der jetzt startenden, optional als 2WD erhältlichen dritten Generation mit dieser Tradition. Mit Heckantrieb und einigen Spritspartricks ist die Neuauflage einerseits genügsamer als bisher, sie ist aber auch komfortabler, spritziger, geräumiger geworden und mit vielen technischen Gimmicks aufgerüstet. Trotz der Herrlichkeit haben wir auf einer Testfahrt rund um Vancouver auch ein paar Schwächen entdeckt.

So mancher Betrachter reagiert auf das Außendesign mit verhaltener Begeisterung, denn der Wiedererkennungswert des neuen X5 ist hoch und hat BMW keine Experimente gewagt. Wozu auch, wenn sich selbst noch im siebten Jahr die zweite Generation verkauft wie geschnitten Brot. Der Überraschungseffekt bleibt also aus, denn es finden sich im Blechkleid vor allem Versatzstücke anderer BMW-Modelle wie dem X3 oder dem 4er. Insgesamt hinterlässt der optisch also behutsam überarbeitete X5 im Vergleich zum Vorgänger einen eleganteren und gestreckteren Eindruck.

Seine Front wird von einem noch mächtigeren Nieren-Kühlergrill geprägt, während neue LED-Scheinwerfer eine selbstbewusste Frische in Gesicht zaubern. Störend sind allerdings die Nebelscheinwerfer, welche die Flächen unter den Scheinwerfern aufbrechen und vielleicht doch besser in die unteren Ecken der Frontschürze hätten wandern sollen.

Alles bekannt und doch hochmodern

Galerie: Erster Test BMW X5 IIIBeim Entern des Innenraums bleibt ebenfalls ein Wow-Erlebnis aus. Zwar hat sich im Vergleich zum Vorgänger vieles verändert, doch kommen die meisten Neuerungen bereits in diversen anderen BMW-Modellen zum Einsatz. Immerhin bietet das X5-Interieur damit den letzten Schrei der BMW-Welt und kann sich das Ensemble in den selbstredend hochwertig ausgestatteten Testexemplaren mehr als sehen lassen. Allein schon das große, fein auflösende Display zentral auf dem Armaturenbrett verleiht dem Interieur viel Glanz.

Das herausragend gute iDrive-Bedienkonzept und State-of-the-Art-Infotainment-Funktionen sorgen ebenso wie ein paar clevere Online-Dienste für eine vorbildliche Funktionstiefe. Wer will, kann per Internet auf 12 Millionen Musiktitel zurückgreifen oder beim Navigieren sich mit Echtzeitverkehrsinformationen ein genaues Bild über die tatsächliche Verkehrssituation verschaffen. Doch allein die Infotainment-Navigations-Basis namens ConnectedDrive kostet 3.300 Euro und kann man noch für bis zu 10.000 Euro weitere Ausbaustufen hinzu ordern.

Galerie: Erster Test BMW X5 IIIVöllig neu ist ein kleiner grüner Schalter zentral in der Mittelkonsole, über den man sich eine Übersicht über die vielen Hilfs- und Sicherheitssysteme am Bildschirm verschaffen und gegebenenfalls ein- oder ausschalten kann. Zum neuen Sicherheitsarsenal gehören zum Beispiel der Spurverlassenswarner, eine Auffahrwarnung mit Abbremsassistent, ein Abstandstempomat oder ein Staufolgeassistent (semiautonomes Fahren bis 40 km/h). Ein Nachtsichtsystem, ein Head-up-Display oder das neue 360-Grad-Kamera-System gehören zu den weiteren Nettigkeiten, die zusätzlich Sicherheit und Komfort in den X5 bringen.

Mehr Platz

Galerie: Erster Test BMW X5 IIIAbgesehen von solchen technischen Neuheiten ist das große SUV-Modell, das auf einer modifizierten Plattform des Vorgängers aufsetzt, im Kern doch ganz der Alte geblieben. So gibt es vorne und hinten für Passagiere reichlich Platz und auch das Gepäckabteil ist mit 650 Liter großzügig geschnitten, der Maximalstauraum wuchs im Vergleich zum Vorgänger sogar um 120 auf 1.870 Liter. Den Zugang zum Gepäckabteil verschafft man sich über eine zweitgeteilte Klappe, wobei der obere Teil serienmäßig elektrisch öffnet und schließt, während der untere Teil weiterhin manuell geklappt wird.

Der Gepäckraum ist schick mit flauschigem Teppich ausgelegt, die Gasdruckdämpfer verkleidet und unter dem eben mit der Ladekante abschließenden Kofferraumboden befindet sich noch ein großes zusätzliches Staufach, welches Alternativ auch eine dritte Rückbank beherbergen kann. So weit, so gediegen. Schön wäre allerdings noch eine Fernentriegelung für den Umklappmechanismus der Rückbank und die etwas einfachen Plastikteile der Innenverkleidung der Kofferraumklappe sind für ein derart teures Premiumfahrzeug doch von enttäuschend einfacher Machart.

Großartiger V8-Benziner

Für die Testfahrten hat BMW neben dem vor allem in Europa so erfolgreichen Dreiliter-Diesel 30d noch den V8-Benziner 50i zur Verfügung gestellt. Beide Aggregate gibt es ausschließlich in Kombination mit dem Allradantrieb xDrive und einer sehr geschmeidig und schnell die Gänge verwaltenden Achtgang-Automatik. Mit dem V8 bekommt man ein sehr feines, druckvolles und souveränes Aggregat, welches den massigen 2,2-Tonner mit formidabler Spritzigkeit segnet. Die Zahlen sind imposant: 450 PS, 650 Newtonmeter, 5,0 Sekunden für den Sprint und 250 km/h Top-Speed – da bleibt kein Auge trocken.

Die Kehrseite ist der Verbrauch, denn der seidige und auf Befehl fast explosionartig seine Leistung entfaltende V8 genehmigte sich stolze 13 Liter auf 100 Kilometer, statt der angegebenen 10,4 Liter des Herstellers. Für unsere gemächliche Testfahrt im streng reglementierten kanadischen Überlandverkehr ist das wahrlich kein Ruhmesblatt.

Das Aggregat der Wahl: 30d

So bleibt dem umweltbewussten Kunden eben doch nur der seit jeher beliebte Diesel, der als 30d mit nunmehr imposanten 258 PS und 560 Newtonmeter längsdynamisch ein noch souveränes Vortriebsniveau bietet. 6,9 Sekunden für den Standardsprint und 230 km/h Topspeed sorgen in eigentlich allen Lebenslagen für mehr als ausreichend viel Schub.

Galerie: Erster Test BMW X5 IIIZudem ist selbst der Diesel mit angenehmer Laufkultur gesegnet und kann dank seines hohen Drehmoments und der vielen Gangstufen der Automatik bei ruhiger Fahrweise mit sehr niedrigen Umdrehungen gefahren werden. Entsprechend blieb der Verbrauch mit 7,4 Liter nur knapp einen Liter überm Normwert von 6,2 Liter. Im Vergleich zum 50i, der vor allem in den USA Karriere machen wird, provoziert der 30d nur halb so hohe Spritkosten.

Wer es noch sparsamer wünscht, kann nunmehr auch den X5 sDrive 25d bestellen, dessen 218 PS starker Vierzylinder die Kraft allein an die Hinterachse leitet und der damit auf einen Normwert von 5,6 Litern kommen soll. Damit betritt der X5 Neuland und bleibt die spannende Frage, wie ein derart abgespecktes Antriebspaket den verwöhnten X5-Kunden zusagen wird. Aber keine Angst, es gibt weiterhin die prestigereichen Kraftpakete. Ein 40d und ein 50d sind zusammen mit dem 35i die weiteren Alternativen, die wiederum allesamt grundsätzlich nur mit Allrad angeboten werden.

Fährt auch querfeldein

Galerie: Erster Test BMW X5 IIIUnd immerhin verleiht diese 4x4-Technik dem X5 eine gemäßigte Offroad-Kompetenz. Zumindest konnten wir uns im kanadischen Whistler auf einer einst für die Winterolympiade 2010 gebauten Langlaufloipe davon überzeugen, dass der X5 durchaus behände durchs Gelände stapfen kann. Vor allem dank seiner ausgeklügelten Regelelektronik krabbelte er problemlos über Schlamm, Steine und Kuhlen, wobei die von BMW ausgesuchte Strecke keine echten Herausforderungen bot.

Besonders gut hat uns bei diesem Naturausflug der hohe Komfort des Fahrwerks gefallen, denn nicht jede Baumwurzel schlägt sich gleich bis in das Genick des Fahrers durch. Doch als kerniger Geländewagen fehlt dem großen Münchener letztlich ein entsprechendes Technik- und Fahrwerksarsenal, denn mäßige Achsverschränkung oder die Abwesenheit von sperrbaren Differenzialen schließen gewagtere Experimente aus.

Lieber Fernweg als Feldweg

Galerie: Erster Test BMW X5 IIIDas eigentliche Revier das X5 sind asphaltierte Fernwege, auf denen er einerseits seinen neu gewonnenen und wirklich bemerkenswerten Komfort ausspielen kann, auf denen er sich aber auch in bekannter Manier zum lustbetonten Kurvenfeger hernehmen lässt. Wie schon seine Vorgänger, so zählt auch die neue X5-Generation zu den fahraktiven Dickschiffen.

Um diese Kompetenz zu schärfen, hat BMW noch eine recht lange und zudem kostenintensive Liste an Fahrwerksoptionen im Portfolio. Aktivlenkung oder das adaptive Fahrwerkspaket sorgen für ein recht scharfes, lustbetontes Kurvenerlebnis. Sehr aufrecht und mit knackiger Lenkung kann man den zudem mit hecklastiger Krafverteilung herrlich spaßbetont ums Eck bolzen, oder in Schotterbelag lustige Donuts hinein schleifen.

Die teure Basis gehört teuer aufgerüstet

Galerie: Erster Test BMW X5 IIILetztlich muss man aber auch hier wieder einmal ein ganzes Arsenal an Fahrwerks-Extras ordern, die nur einen kleinen Teil einer insgesamt doch recht ausufernden Aufpreispolitik darstellen. So begeisternd wir das Fahren im X5 auch erlebten, so sehr waren wir bei unseren Testfahrt auch vom optionalen Technikarsenal geblendet.

Dabei ist schon die Basisversion des 30d mit 59.400 Euro alles andere als ein Schnäppchen, welches zwar viele Serienextras bietet, dessen Preis sich aber dennoch leicht mit ein paar Sicherheits-Optionen, Fahrwerks-Schmankerl und Infotainment-Extras um weitere 20.000 Euro nach oben treiben lässt. Wer die Freude am Fahren in ihrer ganzen Pracht genießen will, darf sich keinesfalls an den Basispreisen orientieren.

 
Fazit
hier
Mit weltweit 1,3 Millionen verkauften Exemplaren in den vergangenen 14 Jahren waren die ersten beiden Generationen des X5 sehr erfolgreich. Diese steile Karriere dürfte die nun startende dritte Generation ziemlich sicher fortführen. Optisch wurde die Neuauflage behutsam modernisiert und werden diejenigen, die bisher am X5 Gefallen gefunden haben, kein Problem haben, auch die Neuauflage in ihr Herz zu schließen.

Darüber hinaus hat BMW in fast allen Aspekten für Verbesserungen gesorgt. So bietet der X5 mehr Platz, einen deutlich höheren Fahrwerkskomfort, weniger Durst und dennoch durchweg bessere Fahrleistungen. Weiterhin der Antrieb der Wahl ist der 30d, der satten Durchzug mit mäßigem Verbrauch paart. Eine interessante Alternative dürfte der 25d sDrive werden, bei dem sich aber noch zeigen muss, wie die Presse und die Kunden auf den Sparantrieb reagieren.

Massiv aufgerüstet hat BMW den X5 hingegen mit vielen Sicherheits-Features wie der Auffahrwarnung mit Abbremsassistent oder dem Staufolgeassistent. Auch beim Infotainment-Angebot ist BMW mit nützlichen Onlinediensten ganz vorne dabei. Doch wie schon die Basis, so muss man auch die meisten dieser attraktiven, neuen Extras teuer bezahlen.
 
 

AutoScout24-TV
Erste Infos: Airbus-Studie Pop.up

AutoWelten

No data available

ServiceWelten

No data available

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrung und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.

Suche nach Angeboten

Marke
Model