Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Erster Test: BMW X4 M40i

Erster Test: BMW X4 M40i

Ein bisschen M

26.02.2016

SUV und Coupé passen eigentlich genau so wenig zusammen, wie die deutsche Bahn und die englische Sprache. BMW war das seiner Zeit egal und brachte kurzerhand den X6 auf den Markt – Spott und Hohn waren der Lohn. Aber die Bayern sollten Recht behalten. SUV und Coupé passen irgendwie doch zusammen – wie der Erfolg zeigt. Mittlerweile hat der Koloss mit dem X4 sogar einen kleinen Bruder. Damit alle Kundenwünsche abgedeckt werden, wird der X4 zukünftig auch als M40i mit Topmotorisierung vorfahren. Das macht den Schwergewichtler unglaublich dynamisch, wie er auf einer ersten Ausfahrt unter Beweis stelle.

Erster Test BMW X4 M40iGalerie

Ein vollblütiger M ist der X4 M40i definitiv nicht, denn er gilt als M-Performance-Modell. Diese Modelle können weder unter der Rubrik Top-Sportler noch bei der Münchner Massenware angesiedelt werden. Verantwortlich für diesen Streich ist die M GmbH, und daher verwundert es nicht, dass Motor und Bauteile aus den Regalen der Sportabteilung kommen. Um den X4 zu etwas Besonderem zu machen, hat man ihm einen 360 PS starken Motor einverleibt  – das sind 54 PS mehr, als in der bisherigen X4-Topmotorisierung anzutreffen waren. Doch um seinen M-Brüdern gerecht zu werden, bedarf es ein wenig mehr, als nur einem starken Antrieb. So beerbt er den M3 um Zündkerzen, Kolben und Kurbelwellenlagerschalen, bekommt eine geschmiedete Stahlkurbelwelle und neben dem Ladedruck wurde auch die Einspritzmenge erhöht. Am Ende des Tages ist er mit seinen 465 Newtonmetern Drehmoment fast so potent wie das ebenfalls neue M2 Coupé, auch wenn er halt nur ein bisschen M ist.

Ein bisschen Schminke

Erster Test BMW X4 M40iOptisch wird der X4 durch Streben an Kühlergrill und Lufteinlässen, grauen Farbakzenten an den Spiegelkappen, einer Sportabgasanlage mit beidseitigen Edelstahl-Auspuffendrohren und serienmäßigen 19-Zoll-Puschen angeglichen. Im Innenraum springen zuerst das Sportlenkrad und das digitale M-Logo im Kombiinstrument ins Auge. Die gemütlichen Sitze bieten hervorragenden Seitenhalt und lassen die Passagiere selbst auf kurvenlastigen Strecken nicht quer durchs Fahrzeug schleudern. Auch nur ein bisschen mehr ist der Einstiegspreis, zumindest verglichen mit dem bisherigen Spitzenreiter X4 35i: Mit 65.400 Euro ist der M40i gerade einmal 5.700 Euro teurer. Aber wie gewohnt: Wer mehr will, muss auch mehr bezahlen. Wer LED-Scheinwerfer, ein Infotainmentsystem mit Internetzugang, selbstabblendenden Rückspiegel oder Sitzheizung möchte, kann den Preis ordentlich in die Höhe treiben. Die Investitionen sollten allerdings gut überlegt sein. Denn der Durchschnittsverbrauch von 8,6 Litern wird bei modellgerechter Fahrweise noch deutlich zulegen und den Fahrer öfters an die Tankstelle führen – lieber hebt man also ein bisschen Budget für den Treibstoff auf.  

Kein bisschen Herausforderung

Eine Herausforderung, die der X4 mit Bravour besteht, ist das Bewegen von rund zwei Tonnen. Da hat der 360 PS starke Motor keine große Mühe. Die 465 Newtonmeter packen zwischen 1.350 – 5.250 Umdrehungen beherzt zu und wuchten den Schwergewichtler binnen schlanken 4,9 Sekunden auf 100 km/h. Wäre da nicht das satte Dröhnen aus den Endrohren zu hören, wäre das schon fast unspektakulär. Wer das SUV-Coupé so richtig röhren lassen möchte, kann in den Sportmodus wechseln, um Klappen in der Abgasanlage zu öffnen, dann wird er in seiner Umgebung noch besser wahrgenommen.

Erster Test BMW X4 M40iGeradeaus können viele, aber wie schlägt sich das Schwergewicht, wenn es ums Eck geht? Auch durch Kurven gleitet der X4 erstaunlich souverän. Klar, die Naturgesetze kann auch BMW nicht außer Kraft setzen, und wenn man Biegungen allzu flott durchfährt, wird die Masse spürbar an den Rand gedrückt – aber das ist kaum der Rede wert. Härtere Federn und Stabilisatoren, gepaart mit vergrößertem Sturz, andere Vorderachse und Verstärkung der Querlenker machen den M40i trotz seiner Masse zum kleinen Kurvenjunkie. Die Lenkung ist weder zu leicht- noch zu schwergängig und befolgt anstandslos jede Aufgabe, die man ihr stellt. Aber nicht nur für flotte Kurzausfahrten ist der X4 bestens geeignet: Auch auf Langstrecken hält man es in ihm gut aus, denn die verstellbaren Dämpfer schlucken im Komfortmodus die meisten Bodenunebenheiten gänzlich weg. Natürlich gilt der Komfort auf allen Plätzen: Auch die Passagiere im Fond können sich auf gemütliche Polster und viel Bein- und Kopffreiheit freuen.

  • Technische Daten

Power SUV-Coupé, Länge/Breite/Höhe in Meter: 4,67/1,90/1,62 Meter, Radstand: 2,81 Meter, Leergewicht: 1.840 kg, Kofferraum: 500–1400 Liter

Motor:

3,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, 265 kW/360 PS, maximales Drehmoment: 465 Nm bei 1.350–5.250 U/min, 0-100 km/h: 4,9 s, Vmax: 250 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,6 Liter, CO2-Ausstoß: 199 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: D, Preis: ab 65.400 Euro

 
Fazit
hierErster Test BMW X4 M40i
Auch wenn sich der BMW X4 M40i optisch nur geringfügig von seinen herkömmlichen Geschwistern unterscheidet, unter seiner Haube sieht das doch ganz anders aus. Wer also sowieso mit der bisherigen Top-Motorisierung liebäugelt, sollte überlegen, ob er nicht die 5.700 Euro Mehrkosten für den Pseudo-M investiert. Allerdings werden sich wohl die Wenigsten mit der Basisausstattung anfreunden können. Dann wird der Top-Bayer schnell deutlich teurer. Spaß hat eben auch hier seinen Preis.
 
 

AutoScout24-TV
Erste Infos: Airbus-Studie Pop.up

AutoWelten

No data available

ServiceWelten

No data available

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrung und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.

Suche nach Angeboten

Marke
Model