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Galerie: Erster Test BMW X3

Erster Test: BMW X3

Wieder in Ordnung

25.10.2010

Mit dem X1 hat BMW im vergangenem Jahr dem in die Jahre gekommenen X3 hausinterne Konkurrenz beschert, denn der Kleine aus Leipzig bietet nur geringfügig weniger Platz als das seit 2003 in Graz gefertigte Kompakt-SUV. Im November 2010 kommt nun der Nachfolger des X3, der deutlich gewachsen und mit mehr Komfort die Größenverhältnisse wieder in Ordnung bringt.  

Zwar sind es nur acht Zentimeter, die der X3 auf jetzt 4,65 Meter Gesamtlänge zugelegt hat und nur wenige Zentimeter in der Breite, doch wirkt der Neue gleich viel kräftiger und liegt viel satter auf der Straße. Vor allem in der Heckansicht, wo man mit horizontalen Linien den BMW auch optisch verbreitert hat, erscheint der X3 mittlerweile als stattliches SUV. Und so hofft man in München darauf, mit dem neuen X3 auch die Käufer zurückzuerobern, die man mit der zweiten, ebenfalls deutlich gewachsenen, X5-Generation aus Zu-groß-Gründen verprellt hat.

Aber: Auch wenn der X3 für vier Passagiere ausreichend dimensioniert ist, ein Platzwunder darf man nicht erwarten. Sind Fahrer und Beifahrer nicht zu groß gewachsen, sitzt es sich im Fond ganz kommod, allerdings nicht so luftig wie im großen Bruder. Und in der ersten Reihe nehmen das mächtige Armaturenbrett und die ausladende Mittelkonsole reichlich Platz ein. Dafür entschädigt das komfortable Gestühl, nur die sehr hohe Sitzposition irritiert.

Dreifach geteilte Rückbank

BMW X3Zugelegt hat der X3 auch beim Gepäckraum, standardmäßig verschwinden hinter der auf Wunsch elektrisch bedienten Heckklappe 550 Liter und bei umgeklappter Rückbank sind es fast dreimal soviel. Statt der klassischen Zweiteilung setzt BMW nun auf eine im Verhältnis 40:20:40 geteilte Rückenlehne, bei der sich alle drei Teile einzeln nach Bedarf umlegen lassen; um dann einen ebenen Ladeboden zu bilden. Reicht der Stauraum immer noch nicht, kann ein bis zu 2,4 Tonnen schwerer Anhänger an die ebenfalls elektrisch zu bedienende Anhängerkupplung. Damit ist der X3 eines der stärksten Zugpferde im Kompakt-SUV-Segment, nur der VW Tiguan schafft mit bis zu zweieinhalb Tonnen noch mehr.

Wenngleich der X3 äußerlich durchaus Hingucker-Potential hat, zeigt sich das Cockpit recht unauffällig; erfreulich, werden die einen sagen, leider, die anderen. Die Instrumententafel ist ebenso bekannt, wie das  Lenkrad mit zahlreichen Funktionstasten, die Bedieneinheiten für Klima und Radio oder der iDrive-Drehknubbel. Auch bekannte Extras aus höheren Klassen haben Einzug gehalten, wie etwa das Head-up-Display oder die Einparkhilfe mit Rund-Um-Kamera und Vogelperspektive. Nicht nur bewährte BMW-Fahrer finden sich im X3 sofort zurecht, als besonders originell wird der Innenraum allerdings niemandem in Erinnerung bleiben.

Kleine Verarbeitungs-Mängel

BMW X3Im Gedächtnis bleiben womöglich eher die kleinen Verarbeitungsmängel, wie unschöne Schweißpunkte, nicht ganz sauber abgetrennte Alu-Dekorschienen, das ein oder andere lose Kabel und unsauber verbautes Dämmmaterial. Das fällt gewiss erst auf den zweiten Blick auf und tut dem Fahrerlebnis keinen Abbruch, erfüllt aber nicht ganz den Premium-Anspruch der Marke – an dem sich allerdings die Preise orientieren.

Mindestens 39.100 Euro muss man nämlich beim BMW-Händler lassen, um einen X3 xDrive20d zu bekommen. Das Top-Modell X3 xDrive35i steht mit satten 51.850 Euro in der Preisliste; immerhin sind Klimaautomatik und Radio beiderseits Serie, doch stehen zahlreiche Extras noch zur Wahl (siehe technische Daten). Mehr Motoren-Auswahl gibt es dagegen bei der Markteinführung am 20. November 2010 nicht und wann weitere Motoren folgen, will BMW offiziell auch noch gar nicht verraten. Das aber in der Betriebsanleitung der X3 xDrive28i bereits aufgeführt ist, lässt auf baldigen Zuwachs schließen. Weitere Aggregate dürften allerdings erst im Herbst 2011 folgen.

Sparsamer Diesel, starker Benziner

BMW X3Bis es so weit ist, dürfte den meisten die Wahl leicht fallen: viele werden sich für den Diesel entscheiden, wenige für den Benziner. Zwar ist der turbogeladene Drei-Liter-Reihen-Sechs-Zylinder mit seinen 306 PS, den man unter anderem aus dem Dreier und Fünfer kennt, ein formidables Triebwerk, das gleichermaßen mit Laufruhe wie mit kraftvoller Leistungsentfaltung begeistert. Doch ist der Einstiegspreis happig und wollen die sechs Brennkammern auch mit Sprit gefüllt werden.

Dafür dürften die 8,8 Liter Normverbrauch nur selten reichen, reeller ist ein Durchschnittsverbrauch von über zehn Litern. Immerhin führt BMW mit dem X3 erstmals eine Stopp-Start-Funktion in Kombination mit einem Automatikgetriebe ein. Die Gänge werden im Top-Modell serienmäßig von der bekannten Acht-Gang-Automatik gewechselt, die bei Bedarf den Sprint auf Tempo 100 in 5,7 Sekunden ermöglicht. Kein Wunder bei 400 Newtonmeter Drehmoment, die bereits bei 1.200 Umdrehungen voll anliegen.

Automatik sollte sein

Den Wandlerautomaten gibt es für den Diesel im X3 xDrive20d optional, serienmäßig muss der Fahrer die sechs Gänge von Hand durchschalten. Zwar ist der Aufpreis mit 2.300 Euro ein großer Brocken, doch lohnt sich die Investition. Das Schaltgetriebe hakelt ein wenig und will einfach nicht so so recht zu dem SUV passen. Egal jedoch, ob manuell oder automatisch geschaltet, der Verbrauch liegt im EU-Zyklus immer bei niedrigen 5,6 Liter Diesel. Auf 100 Praxis-Kilometer dürften also rund sieben Liter Sprit verbrannt werden.

Galerie: Erster Test BMW X3Großen Anteil an den verbrauchssenkenden Maßnahmen, die bei BMW inzwischen schon traditionell unter dem Begriff EfficientDynamics geführt werden, hat nach eigenen Angaben die Umstellung auf eine vollelektrische Servolenkung. Das allerdings ging zu Lasten des Fahrkomforts, in der Mittellage wirkt die Lenkung ein wenig synthetisch. Das System stammt übrigens, wie viele andere Teile auch, aus dem Fünfer; weitere Baustein-Lieferanten sind 7er und X5 und zu einem kleinen Teil der Dreier.

Auch der 184 PS starke Vier-Zylinder-Diesel ist kein unbekannter und tut seinen Dienst auch im knapp 1,8 Tonnen schweren X3 tadellos. Sein Brennverfahren gibt das Triebwerk zwar beim Beschleunigen akustisch preis, dafür läuft der X3 xDrive20d im Schiebebetrieb äußerst ruhig. 380 Newtonmeter Drehmoment stemmt das Aggregat bei 1.750 Umdrehungen auf die Kurbelwelle, das reicht für flotten Antritt und eine Sprintzeit von achteinhalb Sekunden. Allerdings wünscht man sich gerade beim Überholen etwas mehr Durchzugskraft und damit weniger Gangwechsel.

Mehr Komfort

BMW X3Ganz sicher ein Grund zur Freude ist das Fahrwerk des neuen X3, vor allem im Vergleich zum Vorgänger. Der nämlich ging nicht gerade sanft mit den Passagieren um und reichte Unebenheiten im Asphalt ganz SUV-untypisch unverblümt weiter. Der neue macht dies besser und bietet deutlich mehr Komfort, auch auf schlechten Wegen. Optional bietet BMW für den X3 eine dynamische Dämpfer Kontrolle an, mit der der Fahrer zwischen dem Normal- und Sport-Modus wechseln kann und die neben den Dämpfern auch noch Gaspedalkennlinie und Lenkung beeinflusst. Ein großer Unterschied zwischen den Modi, gerade beim Fahrwerkskomfort, war auf unserer ersten Testrunde allerdings nicht auszumachen.

Alle X3 laufen mit dem BMW-Allradsystem xDrive vom Band in Spartanburg, und das soll auch so bleiben. Von einer 2WD-Version will man in München nichts wissen, doch wird man in der bayrischen Firmenzentrale genauestens auf die Verkaufszahlen des heckgetriebenen Mercedes GLK schielen, der übrigens neben Audi Q5 der Hauptkonkurrent des X3 ist. Und sollte sich in Stuttgart großer Erfolg mit dem Zweirad-Antrieb einstellen, wird man wohl auch bei BMW neu verhandeln.

Ende Gelände

Galerie: Erster Test BMW X3Standardmäßig schickt das Allrad-System über eine elektrische Lamellenkupplung die Kraft zu 40 Prozent an die Vorderachse, der Rest geht nach hinten. In flott gefahrenen Kurven verschiebt sich dieser Anteil zu Gunsten der Hinterachse, um das den Allradlern eigene Untersteuern zu reduzieren. Im adaptiven Dämpfersystem inbegriffen, und sonst gegen 150 Euro Aufpreis erhältlich, ist außerdem die Performance Control, quasi ein Pseudo-Differenzial an der Hinterachse. Es verteilt das Drehmoment bedarfsgerecht zwischen den beiden Rädern und erlaubt so eine noch dynamischere Gangart.

Allein das Angebot an Extras wie der Performance Control, einer Sportautomatik oder einer Sportlenkung, zeigt, dass BMW niemanden wirklich mit dem X3 ins Gelände fahren sieht. So ist auch das einzige Offroad-Feature ein Bergabfahrassistent. Selbst die robusten Plaste-Planken wurden bei der Neuauflage reduziert und mit dem M-Sportpaket verschwinden sie gänzlich. Den SUV-Status retten dem X3 im Grunde nur noch seine 21 Zentimeter Bodenfreiheit; vom Fahrgefühl her, ist er ein lupenreiner Pkw.

Technische Daten
 
Marke und Modell   BMW X3   BMW X3
    xDrive35i   xDrive20d
Motor        
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   2.979 / R6-Turbo   1.995 / R4-Turbo
Leistung (kW (PS) / U/min)   225 (306) / 5.800   135 (184) / 4.000
Drehmoment (Nm / U/min)   400 / 1.200 - 5.000   380 / 1.750 - 2.750
Antriebsart   Allradantrieb   Allradantrieb
Getriebeart   Acht-Gang-Automatik   manuelles Sechs-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.648 / 1.881 / 1.661   4.648 / 1.881 / 1.661
Radstand (mm)   2.810   2.810
Wendekreis (m)   11,9   11,9
Leergewicht  (kg)   1805   1.715
Kofferraum (Liter)   550 - 1.600   550 - 1.600
Bereifung Testwagen   245/50 R 18   225 / 60 R 17
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   8,8   5,6
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   204 / Euro 5   149 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   5,7   8,5
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   245   210
Preise        
ab (Euro)   51.850,00   39.100,00
Empfohlene Extras   Metallic-Lack (840 Euro), Dachreling (300 Euro), Lenkradheizung (190 Euro), Panorama-Glasdach (1.510 Euro), Head-Up-Display (1.100 Euro), Rückfahrkamera (700 Euro), Xenon-Licht (1.040 Euro), Navigationssystem (1.600 Euro)   Acht-Gang-Automatik (2.300 Euro), Metallic-Lack (840 Euro), Dachreling (300 Euro), Lenkradheizung (190 Euro), Panorama-Glasdach (1.510 Euro), Head-Up-Display (1.100 Euro), Rückfahrkamera (700 Euro), Xenon-Licht (1.040 Euro), Navigationssystem (1.600 Euro)
 
Weitere Daten
Weitere Daten
 

Fazit

Mit dem neuen X3 rückt BMW seine SUV-Welt wieder in die richtige Ordnung, die zweite Generation ist Erwachsen geworden und bietet den nötigen Abstand zum X1, rückt aber auch dem X5 nicht zu sehr auf die Pelle. Die Passagiere profitieren von mehr Platz und deutlich gestiegenem Komfort, die SUV-Eigenschaften wurden allerdings dynamischen Fahrleistungen geopfert. Dass BMW zur Markteinführung nur zwei Motoren anbietet, ist schade; doch immerhin überzeugen beide Aggregat: Der Benziner mit Leistung und Laufruhe, der Diesel mit niedrigem Verbrauch.

BMW X3

 

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