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Erster Test: Audi Q2

Erster Test: Audi Q2

Ein Q für alle Fälle

04.07.2016

Die Nachfrage an Crossover-Modellen und kleinen SUV steigt stetig, scheinbar will jeder eines der kompakten, hochbeinigen Modelle sein Eigen nennen. Viele Hersteller haben bereits eines im Programm – Opel Mokka, Peugeot 2008 oder Mini Countryman sind nur Beispiele. Selbstverständlich darf auch bei Audi ein solches Fahrzeug nicht fehlen: Mit dem Q2 schließen die Ingolstädter nun diese Lücke. Wir haben den Winzling, der erst im November 2016 beim Händler stehen wird, bereits getestet.

Erster Test Audi Q2Galerie

Das 4,19 Meter kleine Stadt-SUV bedient sich an der technischen Plattform des Audi A3 und erbt auch den Radstand von 2,60 Metern. Mit deutlich kürzeren Überhängen sieht der hochbeinige Zwerg aber deutlich sportlicher aus. Eines der auffälligsten Erkennungsmerkmale ist das „Blade“ an der hinteren Dachsäule, welches entweder in einer Kontrast- oder in Wagenfarbe bestellt werden kann. Mit hochgezogenen Schultern und aufgesetztem Kopf ohne Hals soll der Q2 optisch an einen Football-Spieler erinnern und dadurch sein agiles und kämpferisches Potential optisch zur Schau stellen. Und da Individualisierung immer mehr in den Fokus der Kunden rückt, kann man dank zahlreicher Dekorleisten, Farben, Sitzbezügen und Ausstattungen laut Audi unter mehr als fünf Millionen Kombinationen wählen. Wird der Q2 also der neue Auto-Hipster?

Der Zwerg mit großer Klappe

Im neuen Audi Q2 schafften es die Entwickler, die Sitzposition um ganze acht Zentimeter gegenüber dem A3 zu erhöhen – dadurch kann man bequem ein- und aussteigen. Allerdings waren wir auf den ersten Metern etwas überrascht: Irgendwie fühlte sich die Schaltung des Fahrzeuges nicht wirklich nach Audi an. Zwar hat sich am Getriebe selbst nichts verändert, doch ist der Schaltknüppel im Verhältnis zum Sitz deutlich höher installiert, was dem ein oder anderen Kunden vielleicht zu Beginn etwas spanisch vorkommen mag. Schnell aber gewöhnt man sich an die neue Anordnung und kann flink die Gänge wechseln.

Erster Test Audi Q2Doch zurück zum Platzangebot: Nicht nur in der ersten Reihe sondern auch im Fond kann man kommod platz nehmen. Und das obwohl die nach hinten fallende Dachlinie eigentlich was anderes vermuten ließe. Und auch der Kofferraum kann sich sehen lassen. Bei voller Besatzung nimmt das Gepäckabteil 405 Liter auf, mit flachgelegten Rücksitzen sind es sogar 1.050 Liter. Damit sticht er auch seinen Technik-Bruder A3 Sportback aus.

Wie ein Großer

Erster Test Audi Q2Auch der kleinste Ingolstädter darf den großen Geschwistern in Punkto Premium-Anspruch nicht nachstehen, auch im Audi Q2 herrscht Wohlfühlklima; dafür sorgen angenehm anzufassende Oberflächen und die gewohnt präzise Verarbeitung. Und auch im Bereich Infotainment kann der Kleine mithalten: Wie bereits aus Q7, A4, A3 oder TT bekannt, kann er mit dem Virtual Cockpit ausgestattet werden. Da der Q2 vor allem das junge Klientel ansprechen soll, rückt Audi auch hier die Smartphone-Anbindung und Konnektivität in den Fokus. Wer die MMI Navigation Plus ordert, erhält die festverbaute SIM-Karte, die für drei Jahre viele Onlinedienste kostenlos abdeckt. Wer einen W-LAN-Hotspot für die Gäste wünscht, muss sich aber mit der Kreditkarte registrieren und Daten-Pakete fürs Surfen hinzubuchen.

Auch viele Helferlein für den Alltag können im Audi Q2 hinzu bestellt werden: Der Abstandstempomat mit Stauassistent, die Fußgänger- und Verkehrszeichenerkennung und auch das Notfallprogramm, das das Fahrzeug zum Stillstand bringt, sollte der Fahrer ohnmächtig werden, sind auf Wunsch und gegen Aufpreis zu haben.

Bekannte Motoren

Bei den Motoren gibt es wenig Neues, im Regal des Konzerns liegen schließlich genügend bekannte Motoren, die auch im Q2 eine gute Figur machen. Der Basis-Benziner, ein kleiner Dreizylinder-Turbomotor mit einem Liter Hubraum, kommt mit 116 PS ums Eck gefahren. Und der ist spritziger als man es beim Lesen der Daten vermuten würde. Gut, mit gerade einmal 1,2 Tonnen Gewicht hat er auch leichtes Spiel und so verrichtet das Triebwerk seine Arbeit souverän und hat vor allem im städtischen Einsatzgebiet keine Probleme, im Strom mitzuschwimmen. Auf der Landstraße oder auf der Autobahn müssen Überholvorgänge aber etwas geplant werden.

Darüber wildert der 1,4-Liter-Turbobenziner mit 150 PS, der bei unserer Ausfahrt einen runden Gesamteindruck vermittelte. Er arbeitet äußerst laufleise und beschleunigt ohne Murren und Knurren in 8,5 Sekunden auf Landstraßentempo. Die Kraft reicht auch für flotte Überholvorgänge aus. Im kommenden Jahr soll auch noch ein 190-PS-Benziner nachgereicht werden und wer noch ein bisschen länger warten kann: Gerüchten zur Folge soll im Jahr 2018 auch ein SQ2 mit gut 300 PS kommen.

  • Technische Daten – Audi Q2

Länge: 4,19 Meter, Breite: 1,79 Meter (mit Außenspiegeln: 2,01 Meter), Höhe: 1,51 Meter, Radstand: 2,60 Meter, Kofferraumvolumen: 405 bis 1.050 Liter.

Antrieb:

1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner (TFSI), 110 kW/150 PS bei 5.000–6.000 U/min, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.500-3.500 U/min, 0-100 km/h: 8,5 s, Vmax: 212 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,4 l/100 km, CO2-Ausstoß: 123 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 24.900 Euro

Für alle anderen Modelle gibt Audi noch keine detaillierten Angaben heraus, da die Zertifizierungen noch nicht abgeschlossen sind.

Allrad ist nicht immer dabei

An der Dieselfront werden drei Motorisierungen zur Wahl stehen. Ein 1,6-Liter-Diesel mit 116 PS und zwei Zweiliter-TDI mit 150 PS respektive 190 PS. Die beiden stärksten Benziner und Selbstzünder kommen immer mit serienmäßigem Allradantrieb. Die Mittelstarken können damit optional ausgestattet werden, für die Einstiegsaggregate ist die Vierradtechnik nicht erhältlich.

Erster Test Audi Q2Egal ob in der Stadt, auf der Autobahn oder auf der Landstraße: Der neue Q2 macht eine gute Figur. Die Lenkung nimmt jeden Befehl dankbar entgegen und gibt ihn ohne Umwege an die Räder weiter, die Feder-Dämpfer-Abstimmung verschont die Passagiere vor Rückenschäden und sorgt trotzdem für eine ordentliche Portion Agilität. So lässt sich der Q2 auf Wunsch auch flott in die Kurve werfen – wobei er dieses Talent wohl nur selten unter Beweis stellen werden muss. Häufiger werden wir ihn wohl vor dem Kindergarten oder am Supermarktparkplatz sehen.  

 
Fazit
hierErster Test Audi Q2
Ein kleiner Football-Spieler-Hipster? Dieses Konzept wird aufgehen – da sind wir uns sicher. Der neue Audi Q2 wird seine Fans zu begeistern wissen. Zwar können andere Hersteller auch kleine SUV, doch nur die wenigsten punkten mit der bestechenden Qualität der Ingolstädter. Es wird zwar noch bis zum November andauern, bis der neue Audi unsere Straßen erobern wird, doch dann wird er uns schnell und oft im Alltag begegnen.
 
 

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