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Galerie: Erster Test Audi A8

Erster Test: Audi A8

Könnte viel können

27.10.2017

Mercedes S-Klasse und 7er BMW haben stark aufgerüstet, da konnte der alte Audi A8 nicht mehr wirklich mithalten. Zuletzt zog sogar der Porsche Panamera in der Zulassungsstatistik an der Ingolstädter Limousine vorbei. Das konnte Audi natürlich nicht auf sich sitzen lassen und hat bei der Neuauflage so richtig aus den Vollen geschöpft – zumindest theoretisch. Denn: Ein Großteil der schönen, neuen High-Tech-Welt ist zum Marktstart im Herbst noch nicht erhältlich.

Die aufregendste Neuerung ist natürlich der neue Staupilot: Als erstes Auto überhaupt soll der Audi A8 den Level-3-Standard beherrschen. Heißt der Fahrer muss die Hände nicht mehr am Lenkrad haben. Im Stau beziehungsweise Stop-and-Go-Verkehr auf der Autobahn oder einer Schnellstraße mit baulich getrennten Fahrstreifen meldet sich die Technik zu Wort, und bietet dem Fahrer an, das Steuer zu übernehmen. Ein Druck auf die AI-Taste in der Mittelkonsole reicht, und der Audi gibt Gas, bremst, lenkt und denkt von ganz alleine und rollt bis 60 km/h autonom dahin. Der eigentliche Lenker darf zwar nicht schlafen (das überwacht eine eigens installierte Kamera) und auch der Griff zum Handy bleibt weiterhin tabu, doch er kann sich entspannt zurücklehnen und beispielsweise die Rückenmassage genießen.

Staupilot nicht vor Ende 2018

Galerie: Erster Test Audi A8Die künstliche Intelligenz selbst allerdings noch auf sich warten. Vielleicht Ende 2018, vielleicht aber auch erst 2019 wird der Staupilot erhältlich sein. Schuld daran sind vor allem fehlende rechtliche Rahmenbedingung aus Brüssel. Bei andern Extras dagegen ist es nicht der Gesetzgeber, der den frühen Käufern einen Strich durch die Rechnung macht – sie sind schlichtweg noch nicht fertig entwickelt. So zum Beispiel der Manöver-Assistent, der beim Rangieren und langsamen Fahren die Umgebung im Auge behält und eingreift, wenn man mal wieder einen Poller auf dem Supermarktparkplatz übersieht oder die Kurve in der Tiefgarage etwas zu eng nimmt. Ehe es zum Zusammenstoß oder Kratzer kommt, tritt der Helfer auf die Bremse.

Auch die Räder sind zukünftig besonders geschützt: Ein Bordsteinassistent soll Schrammen in den nicht gerade billigen Leichtmetall-Schlappen vermeiden, in dem er eingreift, ehe sich Felge und Randstein zu nahe kommen. Und natürlich kann der neue A8 allein einparken: Er kommt aber nicht nur selbstständig in fast jede Parklücke, sondern der Einparkvorgang kann auch von außerhalb des Autos per Smartphone-App gestartet werden. Sogar in die Garage rollte der Audi bald von allein rein und auch wieder raus – in Anbetracht der häufig recht kleinen Abstellplätze und des mindestens 5,13 Meter langen Schlachtschiff eine echte Hilfe. Wann das alles kommt? Nicht vor Mitte 2018.

Auf Klassen-Niveau

Galerie: Erster Test Audi A8Was aber bekommt man denn dann, wenn man sich jetzt schon für den A8 entscheidet? Auf jeden Fall eine Limousine, die endlich wieder mit S-Klasse und Co. mithalten kann. Denn auch ohne die noch nicht erhältlichen Schmankerl ist der Audi ein Sahnestück: Das  Luftfahrwerk arbeitet butterweich, die Geräuschdämmung ist perfekt, der Innenraum mit viel Feinsinn gestaltetet und die Materialien sorgfältig ausgewählt. Dazu kommen viele nette Details, zum Beispiel die elektrischen Türschlösser. Statt wie bisher die Pforten mechanisch zu entriegeln, reicht von innen wie außen ein leichter Zug am Türgriff, schon entsperrt die Technik und die Tür geht auf. Das ermöglicht zudem Spielereien wie den Passantenschutz: Wer aus dem geparkten A8 aussteht und nicht sieht, dass sich von hinten ein Fußgänger oder gar Radfahrer nähert, wird zukünftig nicht mehr nur gewarnt, sondern das System wartet auch einen kleinen Moment mit der Freigabe der Tür.

Galerie: Erster Test Audi A8Dazu kommt ein supermodernes Cockpit mit zahlreichen Displays und Touchscreens, aus dem so gut wie jeder Schalter verbannt wurde. Sogar der MMI-Drehregler ist Geschichte, bedient wird das System zukünftig per Fingerdruck oder Spracheingabe. Und auch hinten gibt es zahlreiche Spielereien: In der Mittelarmlehne ist ein Smartphone-ähnlicher Controller für die Sitzeinstellung und Klimaanlage verbaut, an den Kopfstützen der Vordersitze sind entnehmbare Tablets angebracht, die natürlich mit dem Internet verbunden sind und am Himmel leuchten verstellbare Matrix-LED-Leseleuchten. Wer hinten rechts sitzt, kann sich zukünftig sogar die Füße während der Fahrt massieren lassen.

48-Volt, aber kein Otto-Partikelfilter

Galerie: Erster Test Audi A8Bei alle diesen Neuheiten wirkt der Technik-Sprung unter der Motorhaube fast schon nebensächlich. Neben der neuen, etwas seltsamen Bezeichnung – die Modelle heißen jetzt je nach Leistung A8 50, 55 oder 60 – verfügen fast alle Varianten über ein 48-Volt-Bordnetz. Die stärkere Stromversorgung nebst eigener Batterie hilft beim Spritsparen, weil sie beim Bremsen und Ausrollen deutlich mehr Energie zurückgewinnen kann und der A8 in bestimmten Situationen sogar segelt. Das funktioniert auf dem Papier beim trotz seiner 340 PS etwas antrittsschwachen Dreiliter-Sechszylinder-Benziner (A8 55 TFSI, ab 93.500 Euro) und dem gleichgroßen 286-PS-Diesel (A8 50 TDI, ab 90.600 Euro) ganz gut; letzterer nimmt sich 5,8 Liter, der Otto zwei Liter mehr. Zumindest die Dieselabgase werden mit AdBlue-Hilfe gereinigt, die Fremdzünder dagegen dürfen ihre Partikel allerdings noch ungefiltert in die Luft blasen.

Galerie: Erster Test Audi A8Und: Wie es in der Praxis mit den Verbräuchen ausschaut, muss sich erst noch zeigen. Zumindest der aktuell noch nicht erhältliche, achtzylindrige A8 60 mit 460 PS, knausert in der Realität nicht: Der abgesehen vom stärkeren Antritt nicht wirklich souveräner als der Sechszylinder agierende Vier-Liter-Block nahm sich bei unserer ersten Runde laut Bordcomputer knapp 15 Liter und nur mit Tempomat bei 100 km/h auf der Autobahn ließ sich der Wert in den einstelligen Bereich drücken.

 
Fazit
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Audi hat mit dem A8 zweifelsohne ein großartiges Auto gebaut: Fahrwerk, Motoren, Ausstattung, das alles ist prima und kann mit der Konkurrenz mithalten. Schade nur, dass so viele Highlights noch nicht erhältlich sind. Mit den neuen Extras wie Staupilot und Manövrierassistent könnte der A8 tatsächlich an die Spitze im Segment fahren. Wer es nicht eilig hat, wartet also vielleicht noch ein bisschen – und hat dann auch mehr Motoren zur Wahl: Unter anderem reicht Audi demnächst beispielsweise noch einen Plug-in-Hybrid mit induktiver Ladetechnik nach.
 
 

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