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Bericht: Sicherheit beim Autokauf

Bericht: Sicherheit beim Autokauf

Betrug vermeiden

07.02.2007

In jüngster Zeit ist es vermehrt zu Betrugsfällen beim Autokauf via Internet gekommen. Damit Sie sich besser vor teuren Enttäuschungen schützen können, nennen wir Ihnen die typischen Vorgehensweisen der Betrüger.

Verschiedene Betrugs-Maschen sind derzeit im Umlauf, die im Wesentlichen eins gemeinsam haben: Es wird Geld in voraus gefordert, oft in Verbindung mit Überweisungen via Western Union. Bei den Stichworten „Liquiditätsbeweis“, „Geldtransfer“, „Treuhandservice“ oder „zu hoch dotierte Schecks sollten bei Ihnen die Alarmglocken schrillen.

Grundsätzlich gilt: Machen Sie als Käufer keine Geschäfte, bei denen vom Verkäufer dubiose Zahlungsaufforderungen, beispielsweise ins Ausland, gestellt werden. Geben Sie als Verkäufer das Fahrzeug erst heraus, wenn der volle Kaufpreis bei Ihnen eingegangen ist. Und: Passen Sie auf, dass sie nicht auf „Abzocker“-Telefonnummern (0190 etc.) verwiesen werden.

Hier die einzelnen Betrugs-Maschen im Detail:

Betrug per Geldtransfer
Bei Forderungen nach einem Liquiditätsbeweis ist größte Vorsicht geboten. In mehreren Fällen wurden potenzielle Käufer aufgefordert, per Geldtransfer über Western Union Financial oder MoneyGram zu beweisen, dass sie den ausgehandelten Kaufpreis für das Fahrzeug auch tatsächlich bezahlen können. Hiervon rät AutoScout24 dringend ab, da die mangelhafte Sicherheit es den Betrügern ermöglicht, unberechtigt auf die eingezahlte Summe zuzugreifen - in allen Fällen wurde das Geld von „Unbekannt“ abgehoben und ist seitdem verschwunden.

Ähnlich läuft es über angebliche Treuhandservices. Das Fahrzeug wird besonders günstig angeboten. Der angebliche Verkäufer antwortet auf das Kaufinteressentenmail und lockt den Verkäufer mit einem angeblichen Treuhandservice, der angeblich von AutoScout24 ausginge. AutoScout24 HAT KEINEN TREUHANDSERVICE. Zudem gibt der Betrüger als Kontakt dieses Treuhandservice eine AutoScout24-ähnliche E-Mail Adresse an (z.B. info@autoscout24-trades.com oder info@autoscoutt.com). Der Betrüger versichert dem Interessenten die Lieferung innerhalb weniger Tag nach Erhalt der Einzahlungsbestätigung. Mit dem Einzahlungsbeleg kann der Betrüger jedoch das Geld abheben. Das Geld ist weg und von dem Betrüger fehlt jede Spur.

Scheck-Betrug
Auch Anbieter laufen Gefahr, beim Verkauf ihres Gebrauchten geschädigt zu werden - beispielsweise durch ungedeckte Schecks, da Banken zum Teil erst nach mehreren Wochen feststellen können, ob ein Scheck gedeckt ist. In einem konkreten Fall bat der potenzielle Käufer darum, ein per Scheck abgeschlossenes Geschäft rückgängig zu machen. Der Verkäufer überwies daraufhin den Kaufpreis zurück, um kurz Zeit später von seiner Bank zu erfahren, dass der ursprüngliche Scheck nicht gedeckt war.

Vorsicht ist geboten, wenn Sie eine E-Mail von einem angeblichen Autohändler (meist aus dem Ausland) erhalten, der bereits einen Interessenten für das Fahrzeug gefunden haben will. Dieser bietet dann aus verschiedenen Gründen einen zu hoch dotierten Scheck an, den er dem Verkäufer zuschickt. Die Differenz zum Fahrzeugpreis soll schließlich der Verkäufer über Western Union zurückerstatten. Der Scheck platzt nach einer gewissen Zeit und der eingezahlte Differenzbetrag ist weg.

Abzocke per Telefon
Über kostenpflichtige Rufnummern können vermeintliche Verkäufer den Kaufinteressenten schnell um zig Euro erleichtern. Aufgepasst: Gibt der angebliche Verkäufer in den Kontaktdaten oder im freien Textfeld der Anzeige eine Rufnummer mit einer der Vorwahlen 0137, 0180, 0190 oder 0900 an, kann der Anruf sehr teuer werden. Zu beachten ist auch, dass die Zocker-Nummern gerne „verschleiert“ werden. Ein Beispiel: Die folgende, fiktive Nummer 200 300 mit der kostenpflichtigen Vorwahl 0137 fällt anders geschrieben gar nicht so leicht auf: 013 720 030.

Simpler Anzahlungsbetrug
Der angebliche Verkäufer überredet den Interessenten in mehr oder weniger langem E-Mail-Verkehr oder am Telefon zu einer Anzahlung, um das Fahrzeug zu reservieren. Nach Zahlungseingang ist der Betrüger nicht mehr erreichbar - das Geld für immer verschwunden.

Bargeld ist am sichersten
Aus diesem Grund rät AutoScout24: Hände weg von Schecks, Überweisungen oder Geldtransfers über unsichere Anbieter. Autokauf gegen Bargeld ist sicherer. Vorsichtig muss man auch hier sein: So sollte der potenzielle Käufer niemals Geld zum ersten Besichtigungstermin mitbringen. Bezahlt wird erst bei Übergabe des Fahrzeuges.

Grundsätzliche Tipps und Tricks
Damit der Gebrauchtwagenkauf nicht zum Albtraum wird und die Freude über den neuen Gebrauchten lange anhält, gilt es für Käufer einige einfache Tipps und Regeln zu beachten:

  • Genügend Zeit nehmen für einen Preis- und Leistungsvergleich - am einfachsten geht das im Internet.
  • Fahrzeug immer in fachmännischer Begleitung besichtigen.
  • Kein Geld zum ersten Besichtigungstermin mitbringen - Bezahlung erst bei Übergabe des Fahrzeuges. Finger weg vom Geschäft bei Forderung nach einem Liquiditätsnachweis.
  • Fahrzeugbrief und -schein überprüfen. Auf die Anzahl der Vorbesitzer achten: Mehr als zwei in den ersten fünf Jahren, mehr als drei in sieben Jahren sollten skeptisch machen.
  • Papiere des Verkäufers genau anschauen: Verhandeln Sie wirklich mit dem Eigentümer Ihres Wunschfahrzeuges? Vergleichen Sie also die Fahrzeugpapiere mit dem Personalausweis des Verkäufers.
  • Fälligkeit von TÜV und AU kontrollieren, Scheckheft, Inspektionsberichte und Reparaturrechnungen einsehen. Kilometerstand überprüfen.
  • Fahrzeug auf Unfallschäden und Rost untersuchen (Lackabweichungen, Schweißnähte, Kotflügel, Radgehäuse, Kofferraum, Türen, Fußraum). Für den Unterboden empfiehlt sich ein Stock mit anmontiertem Fahrrad-Spiegel.
  • Reifen kontrollieren (Profiltiefe, einseitige Abnutzung), Motorraum, Getriebe und Kühler auf undichte Stellen prüfen, Elektrik testen (Licht, Schiebedach, Fensterheber).
  • Probefahrt machen und dabei vor allem auf Lenkung, Kupplung, Getriebe, Motorrundlauf und Bremsen achten. Um eine zweite Meinung einzuholen, den Begleiter einen Teil der Strecke fahren lassen. Bestehen Zweifel, lohnt sich eventuell auch ein professioneller Gebrauchtwagencheck, wie sie beispielsweise von Automobilclubs, TÜV oder Dekra für rund 80 Euro angeboten werden.
  • Kaufvertrag genau durchlesen (Mustervertrag dient zur Orientierung) - Alle vom Verkäufer zugesicherten Eigenschaften (Unfallfreiheit, „Topzustand") müssen schriftlich fixiert werden. Nur dann können Sie bei Mängeln den Kaufpreis mindern. Mündliche Zusicherungen sind wertlos.

 

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